Leverkusen: Letzte Hoffnung für Wupperflößer
VON PETER KORN/AKI - zuletzt aktualisiert: 29.06.2011Leverkusen (RP). Die Veranstalter der alljährlichen Wupperfloßfahrt setzen auf einen Ortstermin, den der Petitionsausschuss des Landtags für den 6. Juli in Wupperhof angesetzt hat. Pikant: Tags zuvor will Solingen über ein Verbot entscheiden.
Es ist die wahrscheinlich letzte Chance, doch die will Dr. Klaus Kirschey nutzen. Der Organisator der alljährlichen (und umstrittenen) Wupperfloßfahrt von Solingen über Leichlingen nach Opladen hat für den 11. September noch einmal einen Antrag auf Genehmigung bei den zuständigen Behörden gestellt, obwohl deren Signale zuletzt relativ eindeutig "Rot" anzeigten.
Doch damit will sich der Opladener nicht zufriedengeben. "Seit 27 Jahren findet die Floßfahrt nun bereits statt", sagt Kirschey: "Damals gab es noch keinen Eisvogel in unserer Gegend, jetzt schon.
Keine Bösewichte
Bisher hatten die Veranstalter der Wupperfloßfahrt in jedem Jahr auf ihrer Internet-Homepage Bösewichte bloßgestellt. Im vergangenen Jahr verzichteten sie darauf, "wegen der ungeklärten Sachlage". Das bedeute aber nicht, dass nachgewiesene Umweltfrevler und Rowdys geduldet würden.
Die Veranstaltung kann also nicht geschadet haben." Außerdem verweist er darauf, dass die Auflagen, die der Petitionsausschuss des Landtages NRW den Flößern im vergangenen Jahr gemacht hatte, alle umgesetzt worden seien: "Wir hatten nur 500 statt wie sonst 1000 Teilnehmer am Start und haben auch dafür gesorgt, dass beispielsweise im Uferbereich aufgeräumt worden ist." Des weiteren würden jede Menge Dixi-Toiletten entlang der Strecke aufgestellt, und um das Wupperwehr am Wipperkotten zu schützen, werde dort eine Rampe installiert. "Ich wüsste wirklich nicht, was wir noch mehr tun sollten", sagt Kirschey.
Entscheidende Termine
Für die Flößer ist der Juli nun der "Monat der Entscheidung". Am Dienstag, 5. Juli, tagt der Landschaftsbeirat der Stadt Solingen. Dessen Vorsitzender Bernd Krebs (CDU) sprach bereits von einer eindeutigen Tendenz gegen die Genehmigung der Floßfahrt. Dennoch wolle man bei den Veranstaltern nicht den Eindruck erwecken, dass bereits alles intern entschieden sei, bevor das abschließende Votum des Petitionsausschusses vorliege.
Pikant in diesem Zusammenhang: Einen Tag, nachdem Solingen über die Floßfahrt entscheiden will, macht sich eben jener Petitionsausschuss des Landes auf den Weg nach Wupperhof, um sich dort um 11 Uhr im Rahmen einer Ortsbesichtigung ein Bild zu machen. Es könnte also durchaus passieren, dass die Landespolitiker zu dem Schluss kommen, der Floßfahrt noch eine Chance zu geben – und es nutzt niemandem, weil der Solinger Landschaftsbeirat am Tag zuvor bereits Tatsachen geschaffen hat. Das hätte die Züge einer Provinzposse.
Kirschey will sich deshalb dafür stark machen, dass die Solinger ihre Entscheidung vertagen – zumindest so lange, bis das Land seine Empfehlung abgegeben hat. Er kann einfach nicht glauben, dass definitiv Schluss sein soll.
Doch auch der Petitionsausschuss hat dem Veranstalter bereits eine Ankündigung geschickt. In der hieß es bereits im Juni vergangenen Jahres, dass die Veranstaltung, bei der in der Vergangenheit bis zu 100 Flöße über die Wupper schipperten, nicht mit dem Naturschutz zu vereinbaren sei. Auch nicht unter den geänderten Bedingungen.
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