Leichlingen: Reul stützt Bürgerinitiative
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 25.02.2011Leichlingen (RPO). Der in dieser Woche von den Gegnern der Stadtpark-Bebauung vorgestellte Alternativvorschlag sorgt für rege Diskussionen. Der Leichlinger Europaabgeordnete Herbert Reul (CDU) lobt den neuen Entwurf.
Herbert Reul hat der Bürgerinitiative "Rettet den Stadtpark" gestern in einem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, zu ihrem vom Büro RKW ausgearbeiteten Vorschlag für die Neugestaltung des Leichlinger Zentrums gratuliert. "Das neue Innenstadtkonzept zeigt, dass es möglich ist, die Einkaufsmöglichkeiten in unserer Stadt attraktiver zu machen und gleichzeitig die Nachteile, die die bisherige Planung mit sich bringt, zu vermeiden", schreibt der CDU-Europaabgeordnete, der auch schon an einer der Demonstrationen gegen die Parkbebauung teilgenommen hatte.
Es sei also doch möglich, so Reul weiter, "einen Einkaufsschwerpunkt in der Innenstadt zu haben, eine größere Nähe zu den bereits ansässigen Geschäften zu ermöglichen und trotzdem die Bebauung des Stadtparks zu verhindern". Es sei zu wünschen, dass sich die Politiker ernsthaft mit dem Vorschlag auseinandersetzen, schließt der Christdemokrat.
Die Alternative
Herzstück des von der Bürgerinitiative präsentierten Alternativvorschlags ist ein neuer Supermarkt-Flachbau plus einem zur Wupper hin gelegenem Café mit Terrasse sowie einem Dienstleistungsgebäude am Kreisel Montanusstraße – alles angesiedelt auf dem jetzigen Areal von Kaufpark und Aral-Tankstelle.
Der neuere Teil des Stadtparks, für dessen Erhalt die Initiative kämpft, bliebe bei dieser Variante unangetastet.
"Café-Terrasse immer nutzbar"
Gerald Finck, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative, hat unterdessen in einer E-Mail an unsere Zeitung noch einmal das im RKW-Entwurf vorgesehene Café nebst Terrasse am Wupperufer herausgestellt. Dies sei eine "besonders wichtige Variante zum Gelingen des Themas Regionale 2010", in der es um die Öffnung Leichlingens zur Wupper hin geht. "Diese Planung stellt eine immer nutzbare, hochwassergeschützte Lösung des Verweilens an der Wupper dar, die der Akzent überhaupt ist", schreibt Finck. Die von der Stadt vorgeschlagene Wuppertreppe könne dies nicht gewährleisten.
Während Leichlingens Bürgermeister Ernst Müller gestern im Stadtrat für nächste Woche Dienstag ein Pressegespräch zum Thema ankündigte, ist auf der Internetseite von RP Online die rege Diskussion zum Thema fortgesetzt worden. Wie sich zeigt, scheiden sich an den neuen Plänen die Geister – es gibt Befürworter, aber auch einige Kritiker. Internet-Nutzer "politikon" meint: "Respekt dem Stadtpark-Retter-Verein.
Er sagt nicht einfach nur Nein zur Bebauung des Stadtparkes, sondern kommt mit einem eigenen, professionell gemachten Vorschlag, öffentlich dargestellt in einem großen Ladenlokal im Brückerfeld. Er blamiert mit diesem bürgerlichen Engagement die Verwaltung und große Teile der Leichlinger Politik, die sich erst kürzlich gegen ein Informationszentrum zur Stadtentwicklung im ehemaligen Restaurant im Rathaus ausgesprochen haben." "phoenixob" merkt kritisch an: "Wo soll man einkaufen, während das Gelände bebaut wird?" "KomPol" zweifelt an, dass sich an der "Nicht-Attraktivität" des Bereichs Kaufpark/Tankstelle durch den neuen Vorschlag etwas ändern würde: "Jetzt verdeckt eine hässliche Tankstelle und ein noch hässlicherer Beton-Klotz-Supermarkt die Wupper, nach diesem Entwurf wird sie dann von einem riesigen Flachbau verdeckt."
"TheStoneWhiteMan" findet den Plan "sehr vernünftig". Er wünscht sich indes mehrere kleine integrierte Ladenlokale entlang der Wupper, mit einer längeren Uferterrasse zwischen den Brücken.
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