Leichlingen: Schmidtberg: kneife nicht
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 12.02.2011Leichlingen (RPO). Der Leichlinger Feuerwehr-Chef will auch bei einem möglichen Scheitern seiner Bemühungen um eine neue Amtszeit der Wehr nicht den Rücken kehren.
Gut 30 der 166 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen waren am Donnerstagabend in die Wache am Wallgraben gekommen. Es ging um nicht mehr und nicht weniger als um die Frage, wer künftig an der Spitze der Wehr stehen solle. Schmidtberg stand Rede und Antwort, nahm Fragen, Lob und Kritik entgegen. Sein Mitbewerber um den Posten des Stadtbrandmeisters, Feuerwehr-Vizechef Ronald Hillbrenner, war an diesem Abend nicht anwesend.
Es wird nicht das letzte Treffen vor der Anhörung gewesen sein, bei der Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden schließlich das Rennen um die Führung endgültig klären will. Weiden hatte bereits am Vortag auf Anfrage die Leichlinger Konkurrenz-Situation geschildert und davon gesprochen, es gehe weniger um eine Frage der Fachkompetenz, als vielmehr "um Emotionen" (wir berichteten).
Seit 2003 verantwortlich
Nachdem sich sein inzwischen rehabilitierter Vorgänger Edgar Wieden schweren Vorwürfen aus den Reihen der Feuerwehr ausgesetzt gesehen hatte, war Horst Schmidtberg im September 2003 zum kommissarischen Wehrleiter ernannt, 2005 dann Stadtbrandmeister geworden. Hillbrenner wurde 2008 sein Stellvertreter.
Treffen zum "Stimmungsbild"
Weiden hatte bereits vor einigen Tagen zahlreiche Mitglieder der Leichlinger Feuerwehr eingeladen, um sich ein Bild von der Stimmung innerhalb der Truppe zu machen, war aber noch zu keiner abschließenden Erkenntnis gelangt. Bei der Anhörung, an der auch Vertreter der Jugendfeuerwehr teilnehmen werden, soll das anders werden. Bis dahin dürften beide Konkurrenten noch versuchen, sich die Unterstützung der Mehrheit zu sichern.
Nicht ins Rennen eingreifen zu wollen scheint offenbar der frühere stellvertretende Stadtbrandmeister Bernd Weißhaupt, der zwischenzeitlich aus beruflichen Gründen aus dem Dienst ausgeschieden war, seit etwa eineinhalb Jahren aber wieder "an Bord" ist. Auch sein Name war als möglicher Schmidtberg-Nachfolger genannt worden. Wie aus Feuerwehrkreisen verlautete, tritt er aber wohl nicht an. Weißhaupt war gestern für unsere Zeitung nicht zu erreichen.
Egal wie das Rennen ausgeht: Horst Schmidtberg, dessen Amtszeit im März ausläuft, kündigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung an, in jedem Fall bleiben zu wollen. "Ich hänge an der Leichlinger Feuerwehr und will, dass sie keinen Schaden nimmt", sagte er. "Das ist das Allerwichtigste."
Schmidtberg oder Hillbrenner: Egal, auf wen die Wahl fällt, er muss zunächst vom Leichlinger Bürgermeister anerkannt werden und sich ebenfalls dem Stadtrat präsentieren. Im Falle einer Wiederwahl Schmidtbergs, der Bürgermeister Ernst Müller in der Vergangenheit mehrfach öffentlich kritisiert hatte, dürfte es spannend sein, die Reaktionen zu beobachten. Doch noch ist nichts entschieden . . .
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