Leichlingen: Schützin und Judoka sind Spitze
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2011Leichlingen (RPO). Sportschützin Jessica Mager (SV Trompete) und Judokämpfer Jörn Sinsilewski (JSC Leichlingen) sind die Sportler des Jahres in der Blütenstadt. Als Team hatte gestern Abend die weibliche C-Jugend der HSG Bergische Panther die Nase vorn.
Strahlende Gesichter gab es gestern Abend im großen Sitzungssaal des Leichlinger Rathauses gleich reihenweise zu bewundern. Die Ehrung der herausragenden Sportler aus dem Stadtgebiet ist seit vielen Jahren ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Blütenstadt.
Und auch wenn nicht immer die "massenkompatiblen" Disziplinen am Ende die Nase vorn haben – der Fundus an tollen Talenten aus Leichlingen scheint schier unerschöpflich.
Damen: Einer dieser Sterne am Leichlinger Sportlerhimmel ist Jessica Mager. Die Sportschützin des SV Trompete wurde gestern Abend zur Sportlerin des Jahres gekürt. Sie hatte diesen Titel schon einmal inne, hat aber auch diesmal wieder einiges an Erfolgen aufzuweisen.
Jury und Paten
Die Jury, die über die einzelnen Vorschläge zur Wahl des Sportlers des Jahres abstimmt, besteht traditionell aus den Vorstandsmitgliedern des Leichlinger Stadtsportverbandes sowie Vertretern ausgewählter Medien. Auch die Rheinische Post ist vertreten.
Die Paten: Die Patenschaft für den Preis Mannschaft des Jahres übernimmt in diesem Jahr Wolfgang Lücke (AWD Leichlingen), für die Sportlerin die Volksbank Rhein-Wupper, für den Sportler die Kreissparkasse Köln.
Mit der Damen-Mannschaft Luftgewehr wurde sie 2010 Weltmeisterin, in der Einzelwertung reichte es immerhin noch für den fünften Platz. Bei der Abstimmung ließ sie jetzt Faustballerin Julia Weber (Leichlinger TV, Platz 2) und Schwimmerin Jasmin Labas (Leichlinger TV, Platz 3) hinter sich.
Herren: Seine Konkurrenten aufs Kreuz gelegt hat bei den Herren Judoka Jörn Sinsilewski (JSC Leichlingen) – sportlich fair natürlich. Er landete bei der Westdeutschen Katameisterschaft 2010 auf dem ersten Platz. Deutschlandweit wurde er Vierter, was ihm im November die Teilnahme an den Judo- Europameisterschaften in Italien einbrachte. Bei der Sportlerehrung verwies Sinsilewski Ulrich Handschuhmacher (Badminton beim TV Witzhelden) und Rasenkraftsportler Falko Heile (Leichlinger TV) auf die Plätze zwei und drei.
Mannschaften: Leichlingens Mannschaft des Jahres ist ein Nachwuchsteam. Die weibliche Handball-C-Jugend der HSG Bergische Panther konnte ihr Glück kaum fassen. Die Mädels wurden 2010 Niederrheinmeister und Westdeutscher Meister. Auf Platz zwei landete gestern Abend die Junioren-Gardetanzformation des TSV Rhein-Wupper (immerhin Europameister in ihrer Klasse), auf Rang drei die männliche A-Jugend der Rasenkraftsportler des Leichlinger TV.
Traditionell werden bei der Sportlehrehrung, die der Stadtsportverband und dessen Chef Karlheinz Dick gemeinsam mit Bürgermeister Ernst Müller vornehmen, auch Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise um den Sport in Leichlingen verdient gemacht haben.
Diesmal wurde unter anderem Michael Brüning vom VfL Witzhelden für seinen unermüdlichen Kampf um den Bau des Kunstrasenplatzes ausgezeichnet. Rainer Strunk von der Leichtathletik-Gemeinschaft Leichlingen hat sich als Leiter von Lauftreffs und in der Jugendarbeit einen Namen gemacht. Marianne Josteit vom TVW setzt sich seit 20 Jahren als Kassiererin der Handballer ein.
Schiedsrichter Alexander Busse vom VfL Witzhelden schließlich wurde als "Vorbild im Sport" ausgezeichnet. Der Unparteiische, der in der Landesliga pfeift, ist seit seinem 14. Lebensjahr als Schiedsrichter aktiv.
Leichlinger in aller Welt
Dass Leichlinger Sportler weit über die Grenzen ihrer Stadt hinaus Eindruck hinterlassen, demonstrierte Martin Beils, stellvertretender Sportchef der Rheinischen Post, gestern Abend in einem Vortrag anhand zahlreicher Beispiele: So nannte er die Witzheldener Golferin Sandra Gal, die in Florida lebt und dort bereits 600 000 Dollar Preisgeld eingespielt hat.
Oder den Handballer Torsten Jansen, der von Bundestrainer Heiner Brand unverständlicherweise nicht in den Kader zur Handball WM berufen wurde. Ralf Iwan schließlich hat maßgeblich beim Aufbau der Sportstätten-Infrastruktur mitgeholfen, die den Wüstenstaat Katar erst in die Lage versetzt hat, Austragungsort für die Fußball WM 2022 zu werden.
Sie alle belegen ebenso eindrucksvoll wie die gestern Abend geehrten Preisträger: Leichlingen ist eine Stadt, in der Sport weit mehr ist als nur Freizeitbeschäftigung.
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