Leichlingen: Schule Kirchstraße hilft in Sri Lanka
VON JAN KOCH - zuletzt aktualisiert: 21.07.2009Leichlingen (RPO). "Weil eine Mauer fehlt, fallen jedes Jahr mehrere Kinder in den Fluss und holen sich schwerste Verletzungen", erzählt die Leichlinger Lehrerin Petra Offermann. Doch es fehlt nicht nur an Schutz, sondern generell an den elementarsten Dingen. Was Offermann während ihres zweiwöchigen Sri Lanka-Aufenthalts erlebt hat, ist kein Zuckerschlecken. "Dritte Welt live vor Ort mitbekommen, das ist schon eine Welt für sich, die man sich eigentlich kaum vorstellen kann", urteilt Offermann.
Im fünften Jahr kümmert sich die Katholische Grundschule an der Kirchstraße um Schulprojekte in dem Inselstaat südlich von Indien. Nachdem bei dem verheerenden Tsunamiunglück im Indischen Ozean auch eine Lehrerin von der Kirchstraße ihr Leben verlor, hat es sich die Schule zur Aufgabe gemacht, mitzuhelfen, das Land wieder aufzubauen – vor allem, um den Kindern vor Ort eine schulische Ausbildung garantieren und finanzieren zu können.
Dafür haben die Grundschüler und ihre Lehrer im ersten Jahr eine Schule in dem singalesischen Ort Panadura mit aufgebaut. In den folgenden drei Jahren dann eine weitere Schule, die die Kinder bis zur mittleren Reife unterrichten kann –– an der Westküste in Induruwa. Nun war Offermann vor Ort, um sich die Entwicklung selber anzuschauen. Flug und Unterkunft hat sie selbst getragen. "Alle Spendengelder fließen in das Projekt", betont die 58-Jährige.
Ein Kiosk, die Sanierung der Gebäude und neue Bauten wurden von dem gespendeten Geld errichtet. Das Geld wird jeden Herbst von der Grundschule Kirchstraße erlaufen. "Schüler, Eltern, aber auch Ehemalige treten beim Spendenlauf an und sammeln die Summe durch ihren sportlichen Einsatz", erzählt Offermann. So sind im letzten Jahr 4000 Euro zusammengekommen. Davon soll nun eine neue Etage auf einen angefangenen Bau gesetzt werden.
Die Freude der Kinder vor Ort war riesengroß. "Doch ohnehin wirken alle Menschen dort fröhlich und glücklich", findet die Grundschullehrerin. "Man glaubt es kaum. Aber da die Einheimischen es nicht anders kennen, sind sie mit den Verhältnissen, die sie in ihrer Heimat haben, zufrieden."
Da nun die alte Schule in Sri Lanka quasi versorgt ist, hat sich Offermann zusammen mit ihrem singalesischen Verwalter vor Ort eine neue Schule gesucht. Diese befindet sich ebenfalls in dem Tsunamigebiet, in dem Dorf Bala Pitya. Mitten im Urwald können dort die Kinder ihr Abitur machen. Im Herbst wird für sie und ihre 120 Schüler wider ein Spendenlauf an der Kirchstraße stattfinden.
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