Leichlingen: SCL: Gütliche Einigung mit Ex-Vorsitzendem?
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 23.11.2009Leichlingen (RPO). Das Prinzip Hoffnung regiert beim SC Leichlingen. Unter neuer Leitung (Andreas Franke) soll der ersten Mannschaft in der Fußball-Bezirksliga der Klassenerhalt gelingen. Aber nicht nur sportlich kämpft der Verein ums Überleben. Nachforderungen des Finanzamtes bedrohen die Existenz. Gegenwärtig können wichtige Rechnungen nur deshalb beglichen werden, weil Gönner des Klubs die Bezahlung übernehmen. An die Konten kommt der SCL nicht. Sie wurden von der Finanzbehörde gepfändet. "Und ohne die Eintrittsgelder hätten wir Probleme, die Schiedsrichter zu bezahlen", verriet Udo Mau. Von der Hand in den Mund lebe der Verein gegenwärtig.
Entgegenkommen signalisiert
Ausgerechnet der Hauptverantwortliche für diese Krise ist nun der mögliche Retter der Kicker aus der Balker Aue. Mau berichtete bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im LTV-Zentrum, sein Vorgänger Willi Jakobs habe bei einem Gespräch signalisiert, sich gütlich mit dem SCL einigen zu wollen. Jakobs als Vorsitzender, sein Bruder Hans als Schatzmeister und Reinhard Hahnenberg als stellvertretender Klubchef waren die Verantwortlichen für die missbräuchliche Verwendung einer Erbschaft. Ein Großteil des Nachlasses (Gesamtsumme: 115 000 Euro) wurde jahrelang genutzt für die Bestreitung der Kosten für die erste Mannschaft. Das rief das Finanzamt auf den Plan.
Anwalt und Steuerberater sehen gute Chancen, die Forderungen der Finanzbehörde auf dem Gerichtsweg zu erstreiten. "Das Finanzamt hat signalisiert, dass es sich dann wohl mit einer Ratenzahlung unsererseits zufrieden gibt", sagte Mau. Er holte nun die Zustimmung der Mitglieder ein, zunächst eine gütliche Einigung mit Jakobs zu versuchen. Spätestens im Januar soll mit dem Ex-Vorsitzenden ein Vertrag über die Rückzahlung geschlossen werden. Dafür verzichtet der SCL auf einen Teil des Geldes aus der Erbschaft. Der Kompromiss sieht vor, dass Jakobs (alleine oder mit Bruder und einstigem Stellvertreter) die entstandenen Kosten übernimmt und den Betrag, für den keine Belege vorliegen. "Ich glaube, dass auch das im Sinne des Finanzamtes ist", betonte Mau. Zudem würde ein Rechtsstreit weitere Kosten in Höhe mehrerer tausend Euro verursachen – ohne eine Beitragserhöhung eine zu große Belastung für den kriselnden Verein.
Mau: "Sind nicht insolvent"
Dünnhäutig reagierte Mau auf die Frage, ob der Verein bereits insolvent ist. "Das sind wir nicht. Mit solchen Worten müssen wir vorsichtig sein", mahnte er im Wissen, dass er in diesem Falle Gefahr laufen würde, sich der Insolvenzverschleppung strafbar zu machen. Die Liquidierung des SC Leichlingen, die von ihm wie von den Mitgliedern abgelehnt wurde, sei nicht nötig. "Schon bei einer Zahlung der Steuerschulden durch Jakobs wären unsere Konten ausgeglichen", sagte er.
Die Hoffnung war auch wenige Meter weiter geweckt. Die erste Mannschaft, die darum bei der Versammlung fehlte, bezwang in einem Test Bayer Dormagen mit 2:1.
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