Leichlingen: SPD für Handy-Parken
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 14.05.2009Leichlingen (RPO). In Leichlingen soll es künftig eine Alternative zum Gang an den Parkscheinautomaten und zur lästigen Suche nach Parkmünzen geben.
Diese Situation haben wahrscheinlich schon fast alle Autofahrer einmal erlebt. Man steht vor dem Parkscheinautomaten, hat es eigentlich eilig, findet aber im Portemonnaie keine passende Münze. Dann ist erstmal Geldwechseln angesagt. Das kann dauern, und mit etwas Pech kommt man zum nächsten Termin zu spät.
Parkzeit durchtelefonieren
In der Blütenstadt soll damit bald Schluss sein – zumindest wenn es nach der SPD-Fraktion geht. Im Verkehrs- und Betriebsausschuss soll heute Abend über einen Antrag von Ratsmitglied Reinhard Schüren beraten werden, der sich für die Einführung des so genannten Handy-Parkens in Leichlingen stark macht. Dabei soll es Autofahrern ermöglicht werden, Beginn und Ende ihrer Parkzeit unproblematisch und ohne Zusatzkosten mit einem Anruf über ihr Handy durchzutelefonieren. Es soll nur die Zeit berechnet werden, in der tatsächlich geparkt wurde (minutengenaue Abrechnung). Schüren legt Wert darauf, dass die elektronische Parkgebührenerfassung die Parkscheinautomaten nicht vollkommen ersetzt, sondern als Alternative ergänzt.
Verkehrsausschuss
Termin heute, 17.30 Uhr, großer Sitzungssaal des Leichlinger Rathauses
Tagesordnung Neben dem Thema Handy-Parken soll es u.a. um den Bahnübergang Hochstraße, Sicherheit auf Leichlinger Bürgersteigen, Verkehrsberuhigung vor der Schule Bennert und Beutelspender für Hundekot gehen.
In anderen Städten läuft das Parken ohne Kleingeld bereits. In Leichlingens Nachbarstadt Leverkusen finden sich an allen oberirdischen Parkscheinautomaten entsprechende Hinweise auf das Handy-Parken. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Parkgebühren mit der Taschenparkuhr der Firma "PIN Produktionsinnovative-Marketing GmbH" ("Park-o-Pin") zu entrichten. Köln hat das Handy-Parken im Februar 2008 eingeführt. An allen 30 000 öffentlichen, gebührenpflichtigen Stellplätzen kann über das Mobiltelefon eine "Parkzeitbuchung" aktiviert werden. In der Bilanz nach dem ersten Jahr wurde allerdings festgestellt, dass zunächst relativ wenige Autofahrer von dem neuen Service Gebrauch machten. Die Nachfrage steigt aber kontinuierlich. Die Stadt Köln betrachtet das System deshalb als zukunftsfähig und will es weiter nach Kräften unterstützen.
In ihrer Beschlussempfehlung für die heutige Ausschusssitzung gibt sich die Stadt Leichlingen bei dem Thema noch zurückhaltend. Sie schlägt vor, auf das Handy-Parken zunächst zu verzichten und stattdessen das Park-o-Pin-System zu testen – bis Ende 2010.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



