Leichlingen: Stadt blickt trotz Krise beherzt nach vorn
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 17.01.2011Leichlingen (RPO). Auf rund 950 000 Euro an Geldern des Landes soll die Stadt Leichlingen künftig verzichten. Das würde den Handlungsspielraum für Investitionen in der Blütenstadt gegen Null drücken – ein Horrorszenario. Dennoch galt gestern beim Neujahrsempfang die Devise: Noch ist nichts endgültig.
Bangemachen gilt nicht: So hätte der Neujahrs-Empfang, zu dem die Leichlinger Stadtverwaltung gestern Morgen in den Rathaussaal eingeladen hatte, getrost überschrieben werden können. Denn in der knapp 20-minütigen Rede, die Bürgermeister Ernst Müller den etwa 150 Festgästen als ausgewogenen Rück- und Ausblick präsentierte, gab es einen Punkt, der durchaus das Zeug hatte, einem Angst einzujagen.
Selbst Mensa-Verzicht hilft nicht
Rund 950 000 Euro jährlich würden der Blütenstadt angesichts der derzeitigen Planung der rot-grünen Landesregierung, die zugunsten der Großstädte ausfällt, künftig im städtischen Etat verlorengehen. Diese Zahl jedenfalls lässt sich aus dem Entwurf des neuen Gemeindefinanzierungs-Gesetzes ableiten. "Wenn das so kommt, wird das zu einem Desaster", prognostizierte Müller. Am Rande der Veranstaltung wurde er sogar noch konkreter: Die Lücke, die ein solches Gesetzeswerk reißen würde, ließe sich selbst dann nicht schließen, "wenn wir auf den Mensabau oder andere wichtige Investitionen verzichten würden", erklärte der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung.
Piano und Saxophon
Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang im Leichlinger Rathaus von Marius Petruschka und Erich Leininger, die mit Piano und Saxophon für schöne Atmos
Von Schockstarre konnte gestern jedoch keine Rede sein. So sucht die Stadt den Schulterschluss mit anderen Kommunen, um zu verhindern, dass aus dem Entwurf des Landes bittere Realität wird.
Im Blick nach vorn ging Müller vor allem auf den geplanten Umbau des Leichlinger Stadtzentrums ein, wobei er noch einmal ausdrücklich alle Beteiligten an der Bürgersammlung lobte, die zu diesem Thema am vergangenen Donnerstag stattgefunden hatte.
Weitere Schwerpunkte der Rede:
investitionen Hier kritisierte Müller unter anderem Verzögerungen beim Bau der Schul-Mensa am Hammer, für die er politische Störmanöver verantwortlich machte. Denn wegen Brandschutz-Auflagen schleppenden Rathaus-Umbau erwähnte der Verwaltungschef dagegen durchaus selbstkritisch.
Gewerbe Lob zollte der Bürgermeister der Stadtentwicklungsgesellschaft SEL, die "hervorragende Arbeit im Bereich der Wirtschaftsförderung" leiste. Jüngste Auswirkungen: 2011 wird sich ein Reitsportfachmarkt ansiedeln, und am Further Weg wolle sich ein "interessantes Unternehmen" niederlassen.
Baugebiete Sowohl der Bereich Trompete als auch die in Ziegwebersberg und Unterberg wurden als Positiv-Beispiele genannt, hinzu kommt ein Projekt für seniorengerechtes Wohnen unweit der Förderschule an der Wupper.
Gemeinschaftliches Engagement
Ausdrücklich würdigte Müller das Engagement der Ratspolitiker. Im ehrenamtlichen Bereich geradezu herausragend sei aber die Arbeit des Vereins "Mittendrin", der u.a. Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen schaffe und viel für die Integration Behinderter in die Gesellschaft getan habe. Zum Dank gab es eine Ehrenurkunde und ein kleines Geldgeschenk.
Auch vier Privatleute wurden am Sonntag für ihr gemeinnütziges Engagement geehrt: Lore Höhmann, Thomas Wirtz, Helmut Joest und John Hooper.
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