Leichlingen: Stadtmitte-Plan wird deutlich grüner
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 27.08.2010Leichlingen (RPO). Begrünter Platz mit Parkcharakter zur Wupper hin, kleiner dimensionierte Gebäude, freundlichere Fassaden – Stadt und Politik bessern den Stadtmitte-Plan wie angekündigt nach. Er soll auch der Bürgerinitiative vorgestellt werden.
Zweieinhalb Stunden saßen Vertreter der politischen Stadtratsfraktionen und die Leichlinger Stadtverwaltung am Mittwoch zusammen – am Ende zeichnete sich ein klarer Kompromiss bei der Planung zur neuen Stadtmitte ab, dem sich mit Ausnahme der FDP wohl alle anderen anschließen könnten. "Wir haben immer gesagt, dass wir die Bedenken aus der Bürgerschaft ernst nehmen und in die Planung einarbeiten werden", betonte Bürgermeister Ernst Müller gestern. Die neue Planung soll dem Rechnung tragen. Einige Auszüge:
r Gebäude: Auf der Wupperseite der Neukirchener Straße soll das Gebäude, das sich in der Verlängerung der Rathaus-Achse befindet, deutlich kleiner dimensioniert werden. Auch das neue Haus auf dem Tankstellengelände soll reduziert werden.
Unterschriftenlisten
Die von der Bürgerinitiative "Rettet den Stadtpark" im Rathaus abgegebenen Unterschriftenlisten für einen Bürgerentscheid werden zurzeit geprüft. Ermittelt werden muss unter anderem, ob die Unterzeichner tatsächlich im Einwohnerverzeichnis aufgeführt sind.
r Rathausplatz: Die ursprüngliche Planung, die eine gepflasterte Fläche von der Bücherei bis zum Wupperufer vorsah (unterbrochen von der Neukirchener Straße), verändert sich deutlich. Es ist vorgesehen, das Gelände auf der Wupperseite nicht zu versiegeln, sondern stattdessen zu begrünen. Müller sprach gestern von einer "großen, zusammenhängenden Grünfläche mit Parkcharakter" von der Straße bis hin zum Wupperufer. Ein zentraler Baustein der neuen Planung.
r Bücherei und Lesegarten: Ein weiterer Gedanke im Zuge dieser Veränderungen sieht vor, die Stadtbücherei im Erdgeschoss des neuen Gebäudes in der Verlängerung der Rathaus-Achse unterzubringen. Dort soll dann zur Wupper hin auch ein schöner "Lesegarten" für die Büchereinutzer entstehen.
r Fassaden und Dächer: Gemeinsam mit dem Architekten soll die Gestaltung der Fassaden und Dächer überarbeitet werden, so dass die Gebäude insgesamt einen freundlicheren Charakter erhalten.
Die Ideen kommen direkt aus der Leichlinger Bevölkerung, stammen vor allem aus der Bürgeranhörung vor einigen Wochen.
"Wir haben bereits mit dem Investor gesprochen, der keine Bedenken gegen diese modifizierte Planung geäußert hat", stellt der Bürgermeister klar. In zwei Wochen werde es auch noch eine weitere Gesprächsrunde mit den Fraktionen geben. Die Stadtverwaltung habe nun zudem den Auftrag, die überarbeitete Planung gemeinsam mit dem ausführenden Architekten und Professor Fritschi "in eine visualisierbare Form zu gießen", wie Müller sagt.
Doch das sollen beileibe nicht die einzelnen Gesprächspartner bleiben. "Wir möchten uns gerne auch mit der Bürgerinitiative ,Rettet den Stadtpark' an einen Tisch setzen, und ihnen die neue Planung vorstellen", kündigte Müller gestern an. Dies solle auf jeden Fall im Vorfeld der Ratssitzung am 30. September geschehen, voraussichtlich zwei Wochen vorher – sicher auch abhängig davon, wie schnell die veränderte Fassung optisch nachvollziehbar vorliegt.
"Wir haben uns wirklich bemüht, möglichst viele Belange und Bedenken aufzunehmen und umzusetzen", versichert der Verwaltungschef, der sich ebenso wie die Mehrheit der Ratspolitiker einen breiten Konsens wünscht. Eines stellte er gestern aber auch klar: "Wenn dieses Projekt scheitert, vertun wir auf Jahre und Jahrzehnte hinaus eine große Chance für Leichlingen." Dann könne am Ende auch das gesamte Projekt der Regionale 2010 in Frage stehen.
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