Leichlingen: Transporter durchbrach Hauswand
VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009 - 14:02Leichlingen (RPO). Es gibt Tage, die vergisst man sein ganzes Leben nicht mehr. Bei Heike Platner dürfte ein solcher Tag am Mittwoch gewesen sein und das weniger, weil sie 52 Jahre alt wurde, sondern weil ihr Geburtstag mit einem nächtlichen Riesen-Schreck begonnen hatte.
Der 27-jährige Fahrer eines Kleintransporters aus Langenfeld rauschte gegen 2 Uhr in ihr verschiefertes Fachwerkhaus am Kradenpuhl, das direkt an der Kreisstraße 1 Richtung Solingen liegt. Der Wagen hatte zunächst einen Maschendrahtzaun und dann die Wand zu ihrem Wohnzimmer durchbrochen. Wie durch ein kleines Wunder gab es keine Verletzten.
Dabei hätte der Unfall durchaus noch böser enden können. „Eine Viertelstunde vorher hatte ich noch im Wohnzimmer gesessen und Fernsehen geguckt”, erzählte Heike Platner heute Morgen im Gespräch mit unserer Zeitung. Als sie dann im Bett gelegen habe, sei sie durch „einen fürchterlichen Knall” aufgeschreckt worden. „Zuerst habe ich gedacht, es sei wieder jemand in die Verkehrsinsel vor dem Haus gekracht”, sagte die Leichlingerin. An jener Verkehrsinsel, die noch relativ neu ist, habe es binnen eines verhältnismäßig kurzen Zeitraumes bereits drei Unfälle gegeben.
Ähnliche Unfälle
In den vergangenen Jahren hatten sich in Leichlingen bereits ähnliche Unfälle ereignet, bei denen Autos gegen Häuser geprallt waren.
- Kurz vor Weihnachten 2007 krachte ein 16 Tonnen schweres Streufahrzeug in ein Haus an der Immigrather Straße.
- Im Januar dieses Jahres rammte wiederum ein Streuwagen die Wand eines Hauses in Eichen.
Dann entdeckte Heike Platner das ganze Ausmaß der unwillkommenen vorweihnachtlichen Bescherung: Der Laster hatte ein großes Loch in ihre Wohnzimmerwand gerissen, ein Heizkörper war herausgebrochen und der Fernseher war aufs Sofa geschleudert worden.
Durch die Wucht des Aufpralls hatte sich auch die angrenzende Hauswand verschoben; ein Fenster samt Fensterbank wurde stark zusammengedrückt. „Meine Katzen haben wohl den Schock ihres Lebens bekommen”, sagte Tierfreundin Platner, die ihre Papageien nach dem Unfall bei ihrer Mutter im Nachbarhaus einquartierte.
Ihre eigenen Räumlichkeiten wurden zunächst vom Leichlinger Bauordnungsamt und einem Statiker auf Standfestigkeit untersucht. Weil bei dem Aufprall ein Stützbalken in Mitleidenschaft gezogen wurde, hatte die Feuerwehr Leichlingen das Haus mit vier Stützen sichern müssen. Die Feuerwehr Burscheid half mit einem Rüstwagen. Das Loch in der Wand war zunächst provisorisch mit einer Plane abgedeckt worden; an eine Reparatur sei angesichts der bevorstehenden Festtage wohl erst im neuen Jahr zu denken, mutmaßte Heike Platner. Der Sachschaden wird laut Feuerwehr auf 100000 Euro geschätzt. Immerhin: Einsturzgefahr bestand nicht.
Warum der 27-jährige Transporterfahrer die Kontrolle über seinen Wagen verloren hatte, war noch nicht abschließend geklärt. Gegenüber der Polizei hatte der Mann angegeben, wegen überfrierender Nässe mit dem Transporter ins Schleudern gekommen zu sein. Das Auto hatte nach dem Unfall nur noch Schrottwert.
An der Unglücksstelle waren 40 Kräfte im Einsatz.
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