Leichlingen: Übung mit 100 Rettern
VON JULIA BERTENBURG - zuletzt aktualisiert: 18.10.2010Leichlingen (RPO). Samstag hatten die Leichlinger Feuerwehrleute alle Hände voll zu tun: In einer Großübung bewiesen die Freiwilligen Retter und Helfer ihre Einsatzbereitschaft.
Es war alles andere als ein normaler Samstag auf dem Roderhof: 10.02 gab es Großalarm für alle Wehrleute in Leichlingen. Kurz nach zehn Uhr traf der erste Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr ein. Laut Übungsdrehbuch hatte ein Mähdrescher Feuer gefangen, wobei drei Menschen verletzt wurden.
Gartenpool angezapft
Die "Unfallopfer", täuschend echt geschminkt, wurden auf Liegen gehoben und versorgt. Allerdings dauerte es eine gute Dreiviertelstunde, bis die Helfer den ersten Patienten in den Rettungswagen luden. Solange mussten die Darsteller in der kalten Luft ausharren. Auf ein Zelt, das bei richtigen Einsätzen zwecks Versorgung der Verletzten aufgebaut wird, verzichteten die Feuerwehrleute. Während der Übungseinheit spielten die rund 100 Brandbekämpfer vier Szenarien durch; damit war die Übung so groß angelegt wie noch keine vor ihr.
Teilnehmer
Bei der Großübung dabei:
100 Feuerwehrleute sowie Vertreter von THW, Polizei und Ordnungsamt. DLRG-Mitglieder spielten die Verletzten. "Es wurden keine groben Fehler entdeckt", bilanzierte die Feuerwehr später.
Zu den Übungsszenarien gehörte: Funken, die bei dem Brand des Mähdreschers entstanden waren, greifen auf den angrenzenden Wald, auf Düngemittel und den Bauernhof über. Der nötige Rauch quoll aus einer großen Nebelmaschine. Mit einem Hydroschild erzeugten die Feuerwehrleute eine Wasserwand, die den Austritt von gefährlichen Gasen oder Funkenflug verhindern soll.
Die Tiere auf dem Hof ließen sich von dem Großaufkommen der vier Löschzüge und einem Wagen aus Burscheid/Paffenlöh indes nicht beeindrucken und beobachteten gleichgültig, wie die Brandbekämpfer umherliefen und Schläuche auslegten. Wasser kam aus Buntenbach und Roderbirken, sogar der große Pool im Garten der Hofbesitzer wurde "angezapft".
Von "keiner nennenswerten Kritik", berichtete Leichlingens Feuerwehrsprecher Thomas Schmitz nach Einsatz und Nachbesprechung: "Es hat alles wunderbar geklappt", urteilte der Oberbrandmeister. Schließlich kenne jeder Zugführer seine Mannschaft nach jahrelanger Zusammenarbeit, somit sei gute Arbeit gewährleistet.
Wunsch nach Funkinternet
Einzig beim Treffen des Führungsstabs des Rheinisch-Bergischen Kreises am frühen Nachmittag hätten die Mitglieder ein wenig Kritik geäußert, bezogen auf die Räumlichkeiten des Feuerwehr-Gerätehauses Am Wallgraben: "Der Wunsch nach besserer technischer Ausstattung, etwa einem WLAN-Internetanschluss, wurde laut", erläuterte Thomas Schmitz.
Der Führungsstab hatte die "großen Szenarien", beispielsweise eine Brandausbreitung auf die Biogasanlage des Roderhofes und die damit verbundene Evakuierung des Hofes mit zehn Personen und der Nachbarhäuser in der Theorie durchgespielt.
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