Leichlingen: Wackel-Kandidaten
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 15.09.2007Leichlingen (RPO). Bevor womöglich der nächste Sturm sie umweht, soll die Pappel-Reihe hinter dem Schulzentrum gefällt werden. Die ersten Bäume werden in den nächsten Wochen weichen. Auch auf dem Witzheldener Friedhof wird gerodet.
Viele Leichlinger Haushalte blieben im Juli für Stunden ohne Strom, weil ein Baum am Schulzentrum umgestürzt war und dabei eine Stromleitung beschädigte. Nach diesem Kurzschluss entschloss sich die Stadtverwaltung zum Handeln. Ergebnis: In Kürze sollen sämtliche Pappeln Am Hammer der Säge zum Opfer fallen.
„Die Bäume konnten durch die nur gut einen Meter entfernte Hochwasserschutzmauer nicht die nötigen Wurzeln für einen stabilen Stand entwickeln“, erklärt der Leiter des Tiefbauamts, Jürgen Krey. Bei starkem Ostwind drohen die Pappeln daher, Richtung Wupper zu kippen. Dieser Missstand sei so offensichtlich, dass dafür nicht einmal eine eingehende Untersuchung notwendig gewesen sei.
Fällen in Wietsche
Auch entlang der Straße durch die Wietsche sollen noch in diesem Jahr einige Bäume abgeholzt werden. Laut Förster Karl Zimmermann wird dort im Randbereich des Waldes eine Fäll-Aktion durchgeführt werden. Hintergrund sei ein umgefallener Baum, der in diesem Jahr in der Ortschaft auf ein Haus gestürzt sei.
„Kritisches Alter“
Auch Förster Karl Zimmermann weiß um die Notwendigkeit der Fäll-Aktion. „Ich schätze, die Pappeln sind etwa 50 Jahre alt. Damit haben sie nach der derzeitigen Rechtssprechung ein kritisches Alter erreicht“, sagt Zimmermann, der aber anmerkt, dass die Gerichte in jüngster Vergangenheit „etwas Baum-feindlicher urteilen“ und auch der Umgang mit Versicherungen bei Schadensfällen schwieriger geworden sei. Da im Juli eine der gut 30 Meter hohen Pappeln umgefallen sei, gelte nun eben auch das übrige Dutzend als Gefahr.
Vermutlich werden die Pappeln in zwei Schritten gefällt: Die Bäume mit dem größten Risikopotenzial werden in den kommenden Wochen abgeholzt, die übrigen folgen wohl im Frühjahr – „je nach unserer finanziellen Lage“, ergänzt Krey. Derzeit sondiert er die eingeholten Angebote. Zwischen 15 000 und 20 000 Euro „oder gut 1000 Euro pro Baum“ werde die Aktion wohl kosten, schätzt der Tiefbauamtsleiter. Ein positiver Nebenaspekt sei, dass einige der Pappeln sowieso für die geplante Brücke für Radfahrer und Fußgänger hätten weichen müssen. Mit der Räumung des Bereichs für die Verbindung zwischen Pastorat und Schulzentrum habe man ohnehin in diesem Jahr beginnen wollen, sagt Krey.
Die Pappeln am Leichlinger Schulzentrum Am Hammer sind nicht die einzigen Problem-Bäume in der Stadt. Auch auf dem Friedhof in Witzhelden muss gefällt werden. Dort besteht das Gefahrenpotenzial maßgeblich aus sechs Birken, die noch in diesem Jahr komplett verschwinden sollen. Zudem sollen sieben weitere Bäume zurückgeschnitten werden. Insbesondere im Grenzbereich zu den Anwohnern müssten die Äste von Birken und Linden gestutzt werden. Für diese Aufgabe sucht die Stadt nach einer externen Firma. „Denn dafür sind spezielle Klettertechniken nötig, die von städtischen Mitarbeitern nicht beherrscht werden“, erläutert Krey.
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