Leichlingen: Zurück ins Leben: Herzseminar in Roderbirken
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 09.11.2009Leichlingen (RPO). Gut sechs Jahre liegt die folgenschwere Diagnose zurück: Herzschwäche, medizinisch: Herzinsuffizienz. Horst Reda bekam am eigenen Leib zu spüren, wie sehr diese Krankheit das Leben einschränken kann. "Ich habe ein Dreivierteljahr nur im Bett gelegen." Der 67-jährige Burscheider erinnert sich heute noch an "an diesen heißen und belastenden Sommer 2006" und einige herrliche milde Tage, die er nur in seiner Wohnung erlebte. "Ich lebe im dritten Stock, aber ich habe keine zwei Treppenstufen mehr geschafft." Reda sprach gegenüber seiner Lebensgefährtin bereits von Kapitulation vor seinem Leiden.
Aktiv in der Sportgruppe
Inzwischen hat er sich weit von diesem Abschnitt entfernt, Reda ist zurück im Leben. In Roderbirken ist er trotzdem noch regelmäßig anzutreffen. Weil er sich – wie am Samstag – weiter über seine Krankheit informiert. Drei Mediziner leisteten dort im Rahmen eines knapp dreistündigen Seminars Aufklärungsarbeit und beleuchteten das Leiden für rund 120 Gäste aus vielen Blickwinkeln. "Das Herz ist der Motor des Körpers, und wenn der stottert, spricht man von einer Herzschwäche", erläuterte Dr. Wolfgang Mayer-Berger, Ärztlicher Direktor in Roderbirken. In seiner Klinik stellen sich pro Jahr rund 600 der insgesamt 4000 Patienten mit dieser Krankheit vor. Tendenz: steigend. Denn: "Durch die demografische Entwicklung gibt es mehr ältere Menschen, und Herzschwäche trifft gut jeden Zehnten der Über-70-Jährigen", sagte Mayer-Berger.
Herzinfarkt ist oft ein Auslöser
Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen und Herzinfarkte können die Krankheit auslösen. Betroffene fühlen sich schlapp, haben oft Luftnot. Inzwischen wurden Sterblichkeitsrate gesenkt und Lebensqualität erhöht – alles durch medizinische Fortschritte. Die wurden den Seminar-Teilnehmern präsentiert. Nach Mayer-Bergers Einführung ins Thema, zeigte sein Stellvertreter Dr. Tobias Gampert eindrucksvolle Ultraschall-Aufnahmen, die zeigten, was in Herzen alles schief laufen kann. Schließlich erläuterte Dr. Ulrich Hollenstein einen wichtigen Baustein für eine gelungene Therapie: Bewegung nach individuellen Trainingsplänen.
Horst Reda kam vor vier Jahren in Hollensteins Sportgruppe, die die Klinik mit dem Behindertensportverein betreut. "Ich bin begeistert", sagt er. "Die Bewegung hat mir geholfen." Die Zeit, in der er ans Bett gefesselt war, liegt hinter ihm. Im dritten Stock lebt er immer noch "Aber jetzt", sagt Reda, "komme ich die Stufen wieder hoch – mitsamt Einkaufstüten."
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