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Bayer 04: Adler ist Löws Torwart für die WM

VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010 - 09:50

Gegen Argentinien bestreitet der Leverkusener morgen (20.45 Uhr) erst sein neuntes Länderspiel. Die überragenden Leistungen in den WM-Qualifikationsspielen gegen Russland gaben den Ausschlag im Duell mit Schalkes Neuer.

Als René Adler vor neun Tagen im Flutlicht des Bremer Weserstadions einen harmlosen Schuss durch Arme und Beine rutschen ließ, stellte sich sein Leverkusener Trainer Jupp Heynckes nach dem Abpfiff der Partie demonstrativ vor seinen Keeper. „Wie er nach diesem Fehler wieder gehalten hat, das ist das Holz, aus dem Nationaltorhüter geschnitzt sind“, sagte Heynckes. Seit gestern teilt Bundestrainer Joachim Löw diese Meinung ganz offiziell: Er ernannte den Schlussmann des Bundesliga-Zweiten zur Nummer eins der Nationalelf bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli).

Bundestorwarttrainer Andreas Köpke informierte Adler nach dem Frühstück im Münchner Mannschaftshotel, dass er morgen Abend (20.45 Uhr/live im ZDF) im Testspiel gegen Argentinien und damit auch beim Turnier in Südafrika im Tor stehen wird. „René hat sich diese Stellung in den WM-Qualifikationsspielen erarbeitet, vor allem seine herausragenden Leistungen in den beiden Spielen gegen Russland haben den Ausschlag gegeben“, sagte Köpke, der selbst 59 Mal das Nationaltrikot getragen hatte und sich am Sonntagabend noch einmal mit Joachim Löw beraten hatte.

Adler betonte, es sei für ihn keine Bürde, die Nachfolge großer deutscher Torhüter wie Toni Turek, Sepp Maier oder Oliver Kahn anzutreten. „Es ist in erster Linie eine Herausforderung für mich. Ich arbeite daran, selbst ein großer Name zu werden.“

Der 25-Jährige hatte noch unmittelbar zuvor in einem Interview betont, dass er eine schnelle Klärung in der Torhüterfrage für wichtig halte. „Ich kann mich dann besser auf eine Situation einstellen.“ Den Stammplatz aber öffentlich einzufordern, das tat er nicht. Er lasse lieber seine Leistung sprechen, sagte der gebürtige Leipziger, der vor zehn Jahren zu Bayer Leverkusen wechselte und sämtliche Juniorenauswahl-Teams des DFB durchlaufen hat. „Ich denke, dass die Entscheidung für René schon nach dem Russland-Spiel im Oktober gefallen ist“, sagte Heynckes am Montag.

Adler besitzt die Fähigkeit, sich in entscheidenden Momenten auf den Punkt genau zu konzentrieren. Vor allem in Eins-gegen-eins-Situationen macht ihm hierzulande kein Kontrahent etwas vor. „Ab einem gewissen Level hängt es nur daran, ob du mental stark bist und Vertrauen in dein Spiel hast“, sagt er.

Die, die im Alltag gegen ihn antreten müssen, hat er dabei längst überzeugt: 70 Prozent der Bundesligaprofis gaben im Winter an, Adler solle bei der WM für Deutschland spielen. Viel Vertrauen in einen, der gegen Argentinien erst sein neuntes Länderspiel bestreitet. „Ich kann ja jeden Tag im Training beobachten, wie nervenstark er ist und wie stabil im mentalen Bereich“, sagt Heynckes. Adler zeige für sein Alter eine unglaubliche charakterliche Reife. „Und wenn sich so ein Führungsspieler dann in Bremen öffentlich hinstellt und zu seinen Fehlern steht, macht ihn das doch noch sympathischer“, findet der Bayer-Coach.

Nicht begeistert ob der Festlegung war naturgemäß der Schalker Manuel Neuer, den Köpke ebenfalls am Morgen informiert hatte. „Manuel hat aber Verständnis“, ließ der Torwarttrainer wissen. Mit dem Bremer Tim Wiese, der wegen einer Muskelverletzung nicht nach München anreisen konnte, hatte die sportliche Leitung da übrigens noch nicht gesprochen. Eine Nummer zwei oder drei gibt es nicht. „Wir wissen, dass wir uns auf alle drei Torhüter verlassen können“, betonte Köpke.

Quelle: RP

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