Bayer 04 Leverkusen: Adlers Rückkehr als Lichtblick
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.05.2010Zwei Wochen nach seinem Rippenbruch kehrte René Adler gegen Berlin ins Bayer-04-Tor zurück. Der mit Spannung erwartete Auftritt geriet für den Nationaltorhüter zur Werbung in eigener Sache. Mit Glanzparaden verhinderte er, dass das letzte Heimspiel der Saison nicht noch verloren ging.
Der Rippenpanzer unter dem Trikot hielt, den Panzer des selbst auferlegten Maulkorbs nach Bundesligaspielen durchbrach René Adler dagegen an diesem Nachmittag. Er sprach nach dem ideenlosen 1:1 gegen Hertha BSC, bei dem die rechte Seite mit Gonzalo Castro und Tranquillo die negativen Ausreißer einer mehr als mäßigen Mannschaftsleistung darstellten, von einem "gebrauchten Tag" – und jedem Zuhörer war klar, dass Adler selbst sich als einziger Leverkusener Akteur nicht dieses Prädikat ans Revers heften musste.
Mit reaktionsschnellen Paraden drehte er ein drohendes Wackelspiel mit der Verletzung im Hinterkopf in ein Bestätigungs-Video für Bundestrainer Joachim Löw und dessen Festlegung auf Adler als deutsche Nummer eins bei der WM.
Vidal ist Spitze
Unrühmliche Führung Mit seiner 13. Gelben Karte hat Arturo Vidal die ligaweite Führung in dieser Statistik übernommen.
Verpasst Ein Sieg wäre für Jupp Heynckes der 250. im 539. Bundesligaspiel als Trainer gewesen.
Serie Berlin hat nun keines der vergangenen fünf Spiele gegen Bayer verloren.
"Wenn ich spiele, spielt die Rippe keine Rolle", sagte Adler, "denn ich hatte ja grünes Licht von den Ärzten." Und so lief er tatsächlich auf, exakt 14 Tage nach seinem Rippenbruch aus dem Stuttgart-Spiel. Und wie die Spezialanfertigung eines großen Deutschen Sportartikelherstellers Adlers Brustkorb schützte, schützte ihr Träger sein Team vor allem bei den Chancen von Gojko Kacar (54. Minute) und Lukas Piszczek (86.) vor der Niederlage.
"Es ist ärgerlich, aber wir hoffen weiter auf das Quäntchen Glück", das da heißt Hamburg und dessen Sieg zum Saisonfinale in Bremen. Denn wie irgendwie alle im Verein tut sich auch die Nummer eins schwer, sich auf einen Ton festzulegen, im Bewertungskanon zwischen Freude über die Europa League und Nachtrauern in Richtung Champions League.
"Es ist doch menschlich, wenn man im Laufe einer Saison seine Ziele nach oben revidiert", sagt Adler. Und die Champions League sei nun mal der Wettbewerb, in dem jeder spielen wolle – ob auch Patrick Helmes? Der wird mit Hoffenheim in Verbindung gebracht.
Kapitän Manuel Friedrich verlieh seiner Überzeugung Nachdruck, dass man sich bei einer Ausgangslage, wie man sie in der Saison gehabt habe, nun in den Allerwertesten beißen müsse.
"So lange steht man nicht oft in seiner Karriere in der Spitzengruppe", sagte Friedrich, der das Pech hatte, dass Schiedsrichter Peter Sippel sein ernst gemeintes Klatschen als hämisch bewertete und so Friedrich mit dessen fünfter Gelber Karte ein vorzeitiges Saisonende bescherte.
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