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stefan kießling panorama afp 2011
  Foto: AFP, AFP

Bayer Leverkusen: Bayer holt sich Platz zwei zurück

VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.02.2011 - 17:25

Am Ende einer maximal erfolgreichen Arbeitswoche regierte bei Bayer Leverkusen Pragmatismus. „Sicherlich haben wir heute keinen Schönheitspreis gewonnen“, sagte Kapitän Simon Rolfes nach dem 4:2 (2:1) über den VfB Stuttgart am Sonntag.

Drei Punkte, die nach den vorangegangenen Erfolgen in Frankfurt und Charkow den dritten Sieg binnen neun Tagen und die Rückkehr auf Rang zwei der Bundesligatabelle bedeuteten.

Während Rolfes im Kabinentrakt der BayArena weiter ausführte, es sei „sehr mauer Fußball“ gewesen, aber nach dem „Wie“ des Zustandekommen des Sieges frage schon in naher Zukunft ohnehin keiner mehr, ließ Stuttgarts Nationalspieler Cacau ein paar Meter hinter ihm seinen Frust über eine aus VfB-Sicht unnötige Niederlage an einer wehrlosen Plexiglas-Trennscheibe aus.

„Sehr bittere Niederlage“

Eine „sehr bittere Niederlage“ sei das gewesen, fand dann auch Cacaus Trainer Bruno Labbadia, der seiner Mannschaft lediglich vorwerfen wollte, dass „sie es dem Gegner bei den Gegentoren zu leicht gemacht“ habe.

Danach, dass es am Ende vier Gegentreffer wurden, hatte es Mitte der zweiten Hälfte nicht ausgesehen. 2:2 stand es zu diesem Zeitpunkt, nachdem Martin Harnik und Zdravko Kuzmanovic zweimal die Führung der Gastgeber (durch Stefan Kießling und Gonzalo Castro) hatten egalisieren können.

Es war eine Phase, in der Kellerkind Stuttgart einem möglichen Siegtreffer deutlich näher zu sein schien als müde Bayer-Profis. „Die Kälte in der Ukraine ist an die Substanz gegangen. Das haben mir unsere Mediziner berichtet“, führte Bayer-Trainer Jupp Heynckes später die Europapokalreise als mögliches Erklärungsmuster an.

Auf Michael Ballack gesetzt

Auf der Suche nach Besserung im eigenen Spiel hatte Heynckes nach 66 Minuten schließlich auch auf die Karte Michael Ballack zurückgegriffen. Zwar gingen die meisten Defensivzweikämpfe am medienomnipräsenten Altstar vorbei, dennoch lobte Heynckes den 34-Jährigen später diplomatisch als eine der „qualitativen Alternativen“, über die Bayer 04 in dieser Saison eben verfüge.

Mit den Wechseln im Mittelfeld habe das Team wieder die Kontrolle über das Spiel zurückgewonnen, befand Heynckes weiter. Ein Kompliment, das auch an Ballack gerichtet war. Dessen 24 Minuten – ein Schritt hin zur Normalität? „Das weiß ich nicht“, sagte Heynckes und schmunzelte den Journalisten im Presseraum entgegen. Er habe in dieser Frage Geduld.

Stefan Kießling mit Geduld

„Ich hoffe, der Michael hat sie auch.“ Geduld hatte zuletzt auch Stefan Kießling an den Tag legen müssen. In den vergangenen beiden Spielen saß der Blondschopf zunächst lange Zeit draußen, gestern nun schoss er nach dem 1:0 auch noch das finale 4:2. Damit hatte sich Kießling vor allem bei Torwart René Adler beliebt gemacht, denn dessen Patzer vor dem 2:2 wäre sonst sicherlich ein größeres Thema geworden.

Kuzmanovis Flatterball aus 25 Metern hatte Deutschlands Nummer zwei einfach so passieren lassen. „Die Spieler sind wie ich davon ausgegangen, dass ich den Ball halte“, sagte Adler. Also könne er sich jetzt nicht hinstellen und Ausreden suchen. Brauchte er ja auch nicht. Nach einem Sieg, bei dem das „Wie“ irgendwie keinen interessierte.


Statistik:

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 4:2 (2:1)

Leverkusen: Adler - Schwaab (59. Derdiyok), Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Vidal (62. Lars Bender), Rolfes (65. Ballack) - Sam, Renato Augusto, Castro - Kießling. - Trainer: Heynckes

Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Delpierre, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Harnik (76. Niedermeier), Hajnal (84. Schipplock), Okazaki (66. Gebhart) - Cacau. - Trainer: Labbadia

Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)

Tore: 1:0 Kießling (7.), 1:1 Harnik (16.), 2:1 Castro (41.), 2:2 Kuzmanovic (52.), 3:2 Reinartz (81.), 4:2 Kießling (90.+1)

Zuschauer: 28.851

Gelbe Karten: Kadlec (6) - Okazaki, Niedermeier (6)

Torschüsse: 17:12

Ecken: 6:4

Ballbesitz: 55:45 Prozent

Fouls: 11:12

Quelle: RP

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