Bayer Leverkusen: Bayer schenkt Stuttgart die Rote Laterne
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.09.2010 - 17:27Dauerregen im Ländle und das Volksfest Cannstatter Wasen nebenan – es gab im Vorfeld wahrlich schon einmal mehr Gründe, sich an einem Samstagnachmittag ein Bundesligaheimspiel des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen anzugucken. Nach dem 1:4 (0:2) dürften wohl auch einzig die Gästefans ihren Besuch nicht bereut haben.
Im einzigen "Dreiviertel-Stadion" der Bundesliga – wo sonst die Cannstatter Kurve steht, klafft nun in einem zweiten Bauabschnitt ein großes Loch im Rund des Stuttgarter Daimler-Stadions – musste Bayer 04 neben den bekannten Ausfällen Michael Ballack, Stefan Kießling und Gonzalo Castro auch auf Lars Bender verzichten, dessen Wadenprobleme einen Einsatz unmöglich machten. Für ihn kehrte Sami Hyypiä in die erste Elf zurück. Zudem begann Renato Augusto im 4-2-3-1-System der Leverkusener für Nicolai Jörgensen.
Bayer kam zunächst besser in die Partie und hatte durch Daniel Schwaab (flach am Tor vorbei) und Tranquillo Barnetta (knapp drüber) die ersten beiden guten Torchancen. Folgerichtig dann auch die Führung der Gäste: Sami Hyypiä köpfte eine Freistoßflanke von Barnetta flach zum 0:1 ein (19. Minute). Minuten später war dann One-Touch-Time im Stadion agesagt: Über vier, fünf direkte Pässe kam schließlich eine Flanke von Michal Kadlec genau auf den Kopf von Arturo Vidal, und der Chilene köpfte wuchtig zum 0:2 ein.
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Rot für Camoranesi
Für Stuttgart lief es auch in der Folgezeit nich wirklich besser. Und es kam aus Sicht der Schwaben noch schlimmer: Mauro Camoranesi senste nach einer halben Stunde den durchgebrochenen Barnetta an der Strafraumkante um: Es gab Rot und einen Freistoß, für die mittlerweiledrückend überlegenen Leverkusener, den VfB-Keeper Sven Ullreich entschärfen konnte.
Nach 53 Minuten kam dann völlig überraschend noch einmal Spannung auf: Ein Freistoß von Zdravko Kuzmanovic flog an Freund und Feind vorbei unter Rene Adler hindurch zum 1:2 ins Netz. Bayer hatte zu früh einen Gang zurückgeschaltet und wurde bestraft. Und die Gästen investierten danach auch wieder mehr, erarbeiteten sich wieder ein Übergewicht, spielten ihre Konter aber nicht klar aus. Wie in der 68. Minute, als Hanno Balitsch freistehend als VfB-Torwart Sven Ullreich scheiterte. Doch Balitsch machte seinen "Fehler" postwendend wieder gut, als er eine Minute später eine Flanke von Derdiyok akrobatisch mit links ins Tor drückte.
Spätestens jetzt war die Partie entschieden. Auch weil wenig später ein vermeintlicher Treffer von Pavel Pogrebnyak wegen eines Handspiels zuvor nicht anerkannt wurde. Auf der Gegenseite setzte der eingewechselte Sidney Sam mit dem 4:1 den Schlusspunkt.
Statistik:
Stuttgart: Ulreich - Träsch, Tasci, Delpierre, Boka (70. Molinaro) - Kuzmanovic, Gentner - Camoranesi, Harnik (63. Marica) - Pogrebnyak, Cacau. - Trainer: Gross
Leverkusen: Adler - Schwaab, Manuel Friedrich, Hyypiä, Kadlec - Augusto (65. Rolfes), Vidal, Reinartz, Barnetta (79. Sam) - Balitsch - Derdiyok (90. Jörgensen). - Trainer: Heynckes
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore: 0:1 Hyypiä (19.), 0:2 Vidal (21.), 1:2 Kuzmanovic (53.), 1:3 Balitsch (69.), 1:4 Sam (88.)
Zuschauer: 38.300
Beste Spieler: Ulreich - Hyypiä, Barnetta, Derdiyok
Rote Karten: Camoranesi nach einer Notbremse (31.)
Gelbe Karten: Kuzmanovic, Molinaro - Manuel Friedrich
Torschüsse: 8:17
Ecken: 3:7
Ballbesitz: 48:52 %
Fouls: 23:26
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