Bayer Leverkusen: Bayer zaubert ohne Bankdrücker Ballack
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.02.2011 - 17:45Um kurz vor 14.45 Uhr am Samstag machte die Nachricht in den Katakomben der Commerzbank die Runde: Michael Ballack sitzt bei Bayer Leverkusen nur auf der Ersatzbank – genauso wie Stefan Kießling. Für das prominente Duo rückten Sidney Sam und Eren Derdiyok in die Startelf. Bayer-Trainer Jupp Heynckes begründete diese Maßnahmen vor dem Anpfiff als normalen Eingliederungsprozess. Bei Gonzalo Castro und Simon Rolfes habe er genauso verfahren.
Und als wollte er Heynckes' Aufstellung rechtfertigen, erzielte Simon Rolfes nach neun Minuten die Gästeführung. Nach einem Freistoß von Arturo Vidal und einer Kopfballverlängerung von Sami Hyypiä traf der Kapitän im „gedrehten Fallen“ aus vier Metern. Der aufgerückte Daniel Schwaab vergab dann gut zehn Minuten später sogar ein mögliches 2:0. Gegen völlig verunsicherte und überforderte Hausherren war Bayer pausenlos am Drücker. Caios Direktabnahme, die René Adler parieret, war nach 26 Minuten im Prinzip das erste Lebenszeichen der Eintracht.
Das 2:0 durch Renato Augusto (Vorarbeit erneut Vidal) war in Minute 32 dann aber die einfach logische Konsequenz des bisherigen Spielverlaufs. Das 3:0 wäre es auch gewesen, wenn Gonzalo Castro wenig später nur Oka Nikolov und nicht auch noch das Tor selbst überlupft hätte. Und auch Hyypiäs Pfostenkopfball hätte ein Tor sein müssen. So war es eigentlich unbegreiflich, dass es nur mit einer Zwei-Tore-Führung Leverkusens in die Kabinen ging. Rudi Völler war begeistert: "In der ersten Halbzeit war das Fußball vom Allerfeinsten." Auch Heynckes sah "die beste Halbzeit in dieser Bundesliga-Saison".
Die zweite Hälfte begann mit einem Kopfball von Theofanis Gekas, der die Torlinie entlang trudelte und schließlich geklärt werden konnte. Auf der Gegenseite hielt Nikolov einen weiteren Hyypiä-Kopfball, ein Rolfes-Kopfball wurde auf der Linie geklärt. Danach plätscherte das Spiel ein wenig dahin, bis Adler einen Kopfball von Alex Meier an die Latte lenken musste. Das 3:0 durch Hanno Balitsch (84.) nach doppeltem Doppelpass mit dem eingewechselten Stefan Kießling und Augusto war schließlich alleine das Eintrittsgeld wert.
Michael Ballak kam übrigens nicht mehr zum Einsatz. Heynckes sagte, dass er als Trainer alleine entscheiden müsse, wann der richtige Zeitpunkt sei, Ballack zu bringen. "Ich persönlich lasse mich da nicht von irgendjemandem beeinflussen", sagte Heynckes. "Ich weiß zu jedem Zeitpunkt, was ich tue."
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Statistik
Frankfurt: Nikolov - Jung (89. Marcel Heller), Franz, Russ, Tzavellas (46. Fenin) - Schwegler - Ochs, Caio (46. Halil Altintop), Meier, Köhler - Gekas. - Trainer: Skibbe
Leverkusen: Adler - Schwaab, Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Vidal, Rolfes - Sam (67. Balitsch), Renato Augusto, Castro (80. Lars Bender) - Derdiyok (84. Kießling). - Trainer: Heynckes
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Tore: 0:1 Rolfes (9.), 0:2 Renato Augusto (32.), 0:3 Balitsch (84.)
Zuschauer: 42.600
Gelbe Karten: Ochs (3), Tzavellas (7), Franz (7) - Derdiyok
Torschüsse: 10:11
Ecken: 1:6
Ballbesitz: 51:49 Prozent
Fouls: 25:17
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