Bayer 04 Leverkusen: Der dicke Kloß im Hals
VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 27.06.2009Die Leverkusener Fans bedauern den Abtritt des Publikumslieblings Bernd Schneider sehr und machen sich schon Gedanken um eine gebührende Ehrung. Bayer plant ein Abschiedsspiel.
Das eilt ja jetzt nicht mit dem Termin für ein Abschiedsspiel. Die Leverkusener Fans haben im Moment genug damit zu tun, angemessen auf die Nachricht von Bernd Schneiders Rücktritt zu reagieren. Und den meisten von ihnen – nachzulesen ist das auch im Internetforum – geht es wie Fansprecher Andreas "Paffi" Paffrath. "Ich hatte einen dicken Kloß im Hals, als ich das gehört habe. Dass Bernd Schneider aufhört, ist unglaublich schade. Er hat so viel für den Verein und uns Fans getan." Und es lässt sich beim aktuellen Thema auch mit größter Mühe niemand auftreiben, der ein einziges schlechtes Wort über "Schnix, den weißen Brasilianer" reden würde. Vielmehr ist über seine unbestrittenen fußballerischen Fähigkeiten hinaus, die nicht nur von Bayer-Sympathisanten gerühmt werden, von Willensstärke und Charakter die Rede. "Die letzte Ikone geht", schreibt einer und liegt dicht bei Realität.
Arbeitskreis Stimmung aktiv
"Sicherlich werden wir für Bernd ein Abschiedsspiel organisieren", sagt Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der natürlich mit am Tisch gesessen hat, als es um das Prozedere ging bei Schneiders Rücktritt. Und "Paffi" Paffrath verspricht: "Wir werden uns als Aktion für den Bernd schon etwas einfallen lassen, sei es bei der ersten Bundesliga-Partie in der neuen BayArena oder sei es beim Abschiedsspiel." Der Leverkusener Arbeitskreis Stimmung ist um zündende Ideen und deren bildliche und stimmliche Umsetzung selten verlegen gewesen.
Nun hat Jupp Heynckes nicht nur am Montag beim Trainingsauftakt einen verdienten Profi weniger, der, bei voller Fitness, stets für Inspiration gestanden hat. Ob da jetzt personell nachgebessert wird, da die Entscheidung feststeht? "Wir werden auch das in aller Ruhe besprechen", sagt Sportdirektor Rudi Völler. Dass der bei Bayern München nicht mehr gelittene Tim Borowski für Bayer in Frage käme, wie kolportiert wird, stellt Wolfgang Holzhäuser in Abrede: "Da ist nichts dran."
Noch weniger als je zuvor besteht unter den Umständen bei den Leverkusenern die Neigung, einen Mittelfeldmann aus dem Kader abzugeben. Als ein Kandidat für einen Transfer galt bislang Pirmin Schwegler, der in Leverkusen nie über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinausgekommen ist, nicht zuletzt aufgrund von Verletzungen, wenn er sich ins Team gespielt zu haben schien. Eintracht Frankfurt mit Trainer Michael Skibbe war stark an einer Verpflichtung des geschmeidigen Schweizers interessiert. "Aber der Eintracht war die von uns aufgerufene Summe zu hoch", erklärt Wolfgang Holzhäuser. Und jetzt hat sich das Thema sowieso erledigt.
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