Bayer Leverkusen: Der Rückschlag als treuer Begleiter
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Bayer Leverkusen (RP). Aufbruchstimmung schafft es in dieser Saison bei Bayer 04 nicht über das Stadium des zarten Pflänzchens hinaus. Das 2:2 gegen Stuttgart ist in dieser Hinsicht nur ein weiteres Beispiel. Unter Trainer Robin Dutt wartet Leverkusen in der Liga noch immer auf zwei Heimsiege in Serie.
Statistik kann grausam sein. Aber eben auch schonungslos ehrlich. Um zu wissen, wie sehr Bayer 04 dem Geleisteten aus der Vorsaison hinterherhinkt, lassen sich einige Zahlenspiele anführen. Aber keines scheint so eindrucksvoll wie dieses: Um die Endpunktzahl von 68 aus der Vizemeister-Spielzeit noch zu erreichen, müsste die Werkself von den verbleibenden 14 Spielen mindestens zwölf (!) gewinnen. "Irgendwann kommen die Punkte von ganz alleine", sagte Bernd Leno zwar nach dem 2:2 gegen Stuttgart. Allein, dem Glauben fehlt die Nahrung.
Gegen die Schwaben verpassten es die Werkskicker einmal mehr, eine Art symbolischen Startschuss für bessere Wochen und Monate abzugeben. Die Vorzeichen waren gut. Der Gegner nach vier Niederlagen in Serie am Boden, der eigene Kader endlich wieder mal mit namhaften Alternativen versehen, und das Führungstor fiel schon nach elf Minuten. Doch Bayer 04 verließ den bereiteten Weg und musste sich nach dem späten Ausgleichstreffer wie schon öfter in verbalen Optimismus à la Leno flüchten. "Natürlich wäre es wichtig gewesen, die positive Stimmung mit einem Sieg zu befeuern", sagte Trainer Robin Dutt, doch ein Fazit ohne "aber" war ihm auch diesmal nicht vergönnt. "Die drei Punkte wären enorm wichtig gewesen. So ist es eine gefühlte Niederlage", haderte Daniel Schwaab. Selbige kam vor allem zustande, weil die Hausherren fast eine halbe Stunde in Unterzahl agieren mussten. Michal Kadlec holte sich zweimal Gelb innerhalb weniger Minuten ab. "Da war es schwer", sagte Stefan Kießling. Zumindest öffentlich drängte Kadlec zwar niemand in die Rolle des Sündenbocks, intern dürften indes deutliche Worte fallen. "Das darf so nicht passieren. Die Gelb-Rote Karte ist völlig überflüssig", sagte Dutt.
Im Stimmung-Dämpfen hat Bayer in dieser Saison Erfahrung. Nach guter Leistung in Chelsea folgte das 1:4 gegen Köln. Nach dem 2:1 gegen Valencia kam das 0:1 gegen Schalke. Nach dem 2:1 gegen Chelsea folgte ein vermeidbares 3:3 in Berlin. Nach dem 2:0 gegen Hoffenheim verpasste man beim 1:1 in Genk Platz eins in der Champions-League-Gruppe. Und jetzt nach dem Lob für die Leistung in Bremen der verpasste Aufbruch gegen Stuttgart. Unter Dutt hat Bayer in der Liga noch keinmal zwei Heimsiege in Folge geschafft. Zu allem Überfluss steht jetzt die Reise nach Dortmund an. "Es wird schwierig, dort zu bestehen", sagt Lars Bender.
Mal wieder ein Remis
Ende einer Serie Das 2:2 war das erste Unentschieden zwischen Leverkusen und Stuttgart seit dem 23. Oktober 2005 (damals 1:1).
Rekord verpasst Durch das späte Gegentor von Martin Harnik verpasste Bayer den vierten Sieg in Folge gegen den VfB – das wäre Leverkusen erstmals in der Historie gelungen.
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