Bayer Leverkusen: Doppelpass mit dem Idol
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 23.11.2010Kicken, Scherzen, Ball hochhalten: Zwei Dutzend Kinder trainierten gestern auf Einladung der Commerzbank mit Bayer-04-Torhüter René Adler. Darunter waren auch die sechs Gewinner der Verlosung der Rheinischen Post.
Als die sechs Blauen gegen die sechs Weißen allzu deutlich ins Hintertreffen zu geraten drohten, griff René Adler ein: "Ich spiel' jetzt bei den Blauen mit." Da stand es 4:1 für die Weißen. Fünf Minuten später hatten Motivator Adler ("Gut gespielt!", "Das schaffen wir noch!") und sein Team das muntere Spielchen im SoccerCentor an der Bismarckstraße gedreht. 6:6 stand es am Ende, fast wäre auch das entscheidende Siebenmeterschießen unentschieden ausgegangen.
Angesichts dieser kleinen Episode war klar, was die Nummer eins von Bayer 04 meinte, als er zuvor geäußert hatte, "dass hier und heute der Spaß im Mittelpunkt stehen soll". Um den Spaß herum hielt der 25-Jährige mit zwei Dutzend Kindern ein Training mit drei Trainern des DFB ab, zu dem die Commerzbank in Kooperation mit der Rheinischen Post eingeladen hatten.
René Adler
Geboren 15. Januar 1985
Geburtsort Leipzig
Schule Abitur 2004 am Landrat-Lucas-Gymnasium
Vereine VfB Leipzig, Bayer Leverkusen
Bundesligaspiele 119
Länderspiele 10
Größe 1,90 Meter
Gewicht 85 Kilogramm
Adler – ganz ungewohnt in schwarz-gelb gekleidet – mischte sich unter die Gäste, und oft war nur anhand der Größenunterschiede ausmachen, dass hier ein Nationalspieler mit Nachwuchskickern spielte. Adler kickte mit ihnen, warf sich ins Getümmel, hielt den Ball hoch, scherzte. Er weiß ja noch, wie er in dem Alter war: "Ständig haben wir im Garten Szenen aus der Bundesliga nachgespielt." Dabei habe er eigentlich Feldspieler werden wollen, bis "ich ins Tor gesteckt wurde, weil ich der Größte war".
An einer Persönlichkeit orientierte sich Adler erst als Jugendlicher, als sich sein Werdegang Richtung Fußball-Profi bereits abzeichnete: Peter Schmeichel, legendärer dänischer Torwart von Manchester United, war das, was Adler heute selbst für viele Jugendliche ist: Vorbild.
So etwa für Maximilian Hoßfeld, den gestern aber alle nur Max riefen. Der Neunjährige spielt beim VfL Leverkusen in der E-Jugend. Vor vier Jahren begann er mit dem Fußball und konnte von einer Parallele zwischen ihm und Adler berichten: "Ich war Feldspieler, und als es mal nicht so gut lief, wurde ich ins Tor gesteckt." Das scheint nicht die schlechteste Voraussetzung für eine große Karriere zu sein.
Inhaltlich habe Max beim Trainingstag nicht viel Neues mitgenommen. Dribbeln, Torschuss, Tricksen: "Das Meiste kannte ich", berichtete er. Neu war aber die Erkenntnis, "dass ich glaube, der René mag mich – zumindest hat er mich ein paar Mal angesprochen." Andersherum ist es genauso. Auch Max mag René. Sportlich gibt es für den Neunjährigen keinen Besseren. Vor allem Schalke-Torwart Manuel Neuer darf sich glücklich schätzen, dass Max frühestens in 30 Jahren die Nationalelf anleiten wird. Denn: "Wenn ich Nationaltrainer wäre, wäre der René die Nummer eins."
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