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Bayer 04: Eine flotte Bande

VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 23.04.2007

Gerade die jungen Leute im Leverkusener Team gingen gegen Nürnberg mal voll aus sich heraus. Die Schau aber konnten sie einem der Routiniers dennoch nicht stehlen.

Präsenz: Pirmin Schwegler (links, im Duell mit Polak) wirkte gegen Nürnberg stets anwesend, in der Defensive wie auch im Spiel nach vorn – wenn auch nicht so spektakulär wie Bernd Schneider (hinten).   Foto: RPO
Präsenz: Pirmin Schwegler (links, im Duell mit Polak) wirkte gegen Nürnberg stets anwesend, in der Defensive wie auch im Spiel nach vorn – wenn auch nicht so spektakulär wie Bernd Schneider (hinten). Foto: RPO

So fröhlich hat Michael Skibbe selten auf dem Podium gesessen. Das 2:0 gegen Nürnberg bedeutete ja auch so etwas wie einen big point nach Wochen der Entbehrung und damit auch einen Stopp in den Diskussionen um Bayers Wohl und Wehe. Doch nicht nur deshalb ließ sich Glanz in den Augen des befreiten Trainers entdecken. Der Fußballlehrer redete sich geradezu in Überschwang, als er „stolz“ auf seine Youngster im Team zu sprechen kam, auf die „sehr vielen, sehr guten Jungen“, als da wären der äußerst unternehmungslustige Gonzalo Castro und Pirmin Schwegler vor allem. Sie übertrafen Altersgenossen wie Tranquillo Barnetta und Stefan Kießling.

Und was war mit Sergej Barbarez, an den sich Skibbe bislang, manchmal auch wider besseren Wissens, so geklammert hat? „Das hatte taktische Gründe, ich wollte mit Schwegler erst mal die Defensive stärken“, stellte der Fußballlehrer fest und sah natürlich durch das Lob für die jungen Wilden das Ende der Ära Barbarez überhaupt nicht eingeläutet. „Sergej bleibt ein wichtiger Teil der Mannschaft“, stellte der Coach nachdrücklich fest.

Schwegler, dieser kleine, angenehm bescheidene und so pfiffige Schweizer, tat als Newcomer den Teufel, Stellung zu nehmen zum Umstand, dass Barbarez ausgerechnet für einen wie ihn zurückstehen musste. „Für mich ist erst mal jede Nominierung ein Kompliment und ein schöner Beweis für gute Arbeit“, sagte der gerade 20-Jährige, der trotz geringen Alters schon als Stratege daherkommt mit großem Spielverständnis und dem Sinn für verdeckte Pässe. „Auf die älteren Profis aber können wir nicht verzichten“, bekräftigte der beim FC Luzern groß gewordene Eidgenosse, der im hinteren Mittelfeld seine Stärken hat.

Verzichten konnten die Leverkusener neben Juan am wenigsten auf Bernd Schneider, der den großen Unterschied ausmachte in einer ansonsten nicht so prickelnden Partie. „Aber meine Leistung bitte nicht überbewerten“, sagte „Schnix“ am Ende des Arbeitstages, „wichtig war heute auch, dass wir in der Defensive nichts zugelassen haben.“ Wie auch bei diesen lahmen Franken, die lediglich zu Beginn eine Chance besaßen, aber nicht wahrnahmen, weil sie einen Konter verdaddelten? Dass Schneider mit zwei verschiedenen Schuhen unterwegs sein musste, gab der immer noch wendige Thüringer auch noch zum Besten. Ihm war an einem Kickstiefel die Sohle gebrochen, also durfte er rechts denjenigen „mit den Nocken drunter“ anziehen, und mit Nocken „fühle ich mich besser“. Das hat jeder gesehen beim zweiten Doppelpack dieser Saison nach dem Auftritt beim 3:2 in Aachen.

Quelle: RP

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