Bayer Leverkusen: Im Gegenwind
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 17.01.2011Beim 1:3 gegen die himmelstürmende Borussia aus Dortmund zeigt sich die Werkself in allen Mannschaftsteilen unterlegen. Bis zum Wochenende gilt es bei Bayer 04 unter anderem, Fehlerquellen in der Abwehr zu beseitigen und die Wirkungslosigkeit aus dem Mittelfeld zu vertreiben.
Am Ende sprachen fast alle über Dortmund und seinen wohl vorentscheidenden Schritt Richtung Meistertitel. Zurück blieb im Bauch der BayArena aber auch einer der großen Verlierer des Rückrundenstarts: Bayer 04 wurde aufgrund einer mitunter seltsam gehemmten Leistung im neuen Jahr von einer steifen Brise Gegenwind empfangen. Ursache waren Mängel in allen Mannschaftsteilen.
Die Defensive präsentierte sich nur bedingt abwehrbereit. Vor allem Manuel Friedrich entpuppte sich als personifizierte Fehlerquelle. Zudem waren Außenverteidiger Gonzalo Castro und Daniel Schwaab mit dem Spiel nach vorne überfordert, wenn ihnen der BVB tief in der Bayer-Hälfte zusetzte.
Leicht positiv
Die Leverkusener Bilanz gegen Dortmund ist trotz der Niederlage weiter leicht positiv. In 64 Bundesliga-Partien trennten sich beide Teams 18 Mal mit einem Remis, 24 Mal siegte die Werkself, 22 Mal hieß der Gewinner Dortmund. Allerdings ging Bayer in den letzten vier Heimpartien gegen die Borussia nicht als Sieger vom Feld.
Im Mittelfeld war Leverkusen weit davon entfernt, die Hoheit zu gewinnen. Simon Rolfes erwischte einen schwarzen Tag, Nebenmann Lars Bender war nicht in der Lage, Konstruktives Richtung Borussia-Tor in die Wege zu leiten, und auf den Außenpositionen versprühten Renato Augusto und Sidney Sam vor allem Wirkungslosigkeit. Dass es anders, also besser geht, zeigte Arturo Vidal. Erst mit seiner Einwechselung fand Bayer den Vorwärtsgang und den Weg in Richtung des Dortmunder Strafraums.
In der Offensive war lediglich auf Stefan Kießling Verlass, obschon er neben seinem Treffer weitere gute Möglichkeiten ausließ. Im Vergleich mit seinem Sturmpartner war "Kieß" indes der klare Punktsieger, denn Patrick Helmes konnte kein Indiz dafür liefern, warum es ihn in die Startelf gespült hatte.
Als Trainer Jupp Heynckes nach einer Stunde mit drei frischen Spielern zu spät für Schwung sorgte, war die Partie schon entschieden. Sein Versuch mit zwei Spitzen – statt wie zumeist in der Hinrunde mit einem Fünfer-Mittelfeld – zu agieren, ging nicht auf. Auch der Rollentausch von Sam (rückte von rechts nach links) und Renato (von links nach rechts) blieb ohne Wirkung. "Wir haben kein Mittel gefunden und bei den ersten beiden Toren noch mitgeholfen", befand Heynckes.
Ihm bleiben fünf Tage, um sein Team wieder auf den rechten, in der Hinrunde so erfolgreichen Weg zu bringen. Und am Sonntag geht es nicht gegen die himmelstürmende Borussia aus Dortmund, sondern gegen das weit weniger erfolgreiche Pendant aus Mönchengladbach.
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