Bayer Leverkusen: Kurztrip zum Lieblingsgegner
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 15.10.2011Bayer Leverkusen (RP). Bayer 04 hat in Mönchengladbach (heute, 15.30 Uhr) seit mehr als 22 Jahren nicht mehr verloren. Mit einem Sieg will man den Aufwärtstrend vom Sieg gegen Wolfsburg zementieren. Bernd Leno spielt mit Spezial-Handschuh.
Als Bayer 04 im Februar 1989 zum letzten Mal ein Bundesligaspiel in Mönchengladbach verlor, da gab es noch die DDR, und die Herren Leno, Toprak, Bender und Schürrle waren noch nicht einmal geboren. Heute Nachmittag bilden diese vier das Korsett der aktuellen Leverkusener Mannschaft, die im Borussia-Park nur allzu gerne den "Aufschwung aus dem Wolfsburg-Spiel zementieren" würde, wie Trainer Robin Dutt es gestern formulierte.
Doch wird dieser Tage rund um die BayArena weniger über die Akteure gesprochen, die es auf dem Platz richten sollen, als über die, die derzeit den Status "Patient" führen. Wie Renato Augusto, der heute in Brasilien am Knie operiert werden woll. Wie René Adler, dessen gestriger Tag sich zwischen Physiotherapie, Akupunktur und Allergietest abspielte.
Oder wie Bastian Oczipka, der (mit Fabian Giefer) in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln soll. "Bei allen Ausfällen bekommen wir immer noch eine sehr, sehr gute Elf hin", stellte Dutt klar. Zu der zählt auch Bernd Leno, der sich unter der Woche den kleinen Finger der linken Hand ausgekugelt hatte und gestern erstmals mit dem für ihn angefertigten Spezial-Handschuh trainierte.
"Gladbach stärker als Wolfsburg"
Dass Bayer am neunten Spieltag die kurze Anreise nach Mönchengladbach zum Tabellendritten führen würde, hätte wohl niemand gedacht. Umso größer ist der Respekt, den Dutt dem Gegner entgegen bringt. "Gladbach erwarte ich wesentlich stärker als Wolfsburg", sagte Dutt.
Gegen die Wölfe hatte die Werkself vor der Länderspielpause 3:1 gewonnen. Damals mit einem modifizierten System, einem mit zwei Stürmern, von denen der eine, Stefan Kießling, die "neuneinhalb" (Dutt), also eine Art hängenden Stürmer spielte. "Wir haben jetzt eine wichtige Alternative in dieser Hinsicht", sagt Dutt. Wahrscheinlich dürfte jedoch sein, dass in Gladbach wieder ein zusätzlicher Mittelfeldspieler in die Startelf rutscht.
"Habe Heynckes nicht kritisiert"
Dutt hatte gestern noch ein bedeutendes Anliegen. Es sei ihm immens wichtig, zu betonen, dass er mit seiner Bemerkung, es sei bitter, in so kurzer Zeit fünf Knie-OPs bei Spielern verkraften zu müssen, die aus Belastungen der Vorsaison herrühren, in keinster Weise Jupp Heynckes attackieren wollte. "Das so zu interpretieren, ist absolut abwegig. Mir ist es sehr wichtig, dass wir Trainer untereinander solidarisch sind", sagte Dutt.
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