Bayer Leverkusen: Sam schießt Bayer in die K.o.-Runde
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 01.12.2010 - 23:03Sie hatten angekündigt, keine Rücksicht zu nehmen auf äußere Umstände und Befindlichkeiten des Gegners. Weder tiefe Temperaturen (bei Anpfiff herrschten minus 16 Grad) noch der Abschied von Nils Arne Eggen sollten dem vorzeitigen Einzug der Fußballer von Bayer Leverkusen in die K.o.-Runde der Europa League durch einen Sieg bei Trondheim im Wege stehen. Für Rosenborgs Trainer Eggen, der den norwegischen Klub bei seinen insgesamt sechs Engagements zu elf Meisterschaften gecoacht hat, war es gestern die letzte Partie vor heimischem Publikum, bevor am Monatsende Schluss ist.
Aber für den 69-Jährigen gab es kein gutes Ende. Sein Team schied aus dem Wettbewerb aus, da sich Bayer einen 1:0-Sieg und damit die Teilnahme an der Zwischenrunde im Februar sicherte, das sogar als Gruppensieger, da Aris Saloniki bei Atletico Madrid mit 3:2 gewann.
Dabei standen die Leverkusener Vorzeichen aus personeller Sicht nicht gut. Kapitän Simon Rolfes und Tranquillo Barnetta waren gar nicht mitgereist, und beim Abschlusstraining hatte sich René Adler sich einen Hexenschuss zugezogen, so dass der Torwart vorzeitig nach München reiste, wo heute untersucht werden soll, ob er am Sonntag beim Liga-Duell gegen Köln dabei sein kann. Für ihn rückte Europacup-Neuling Fabian Giefer zwischen die Pfosten, der eine solide Vorstellung lieferte. Und auch sonst änderte Bayer-Trainer Jupp Heynckes seine Startelf gegenüber der Liga-Partie in Hoffenheim auf acht Positionen vor.
Diese Rochaden taten dem Auftritt der Leverkusener keinen Abbruch. Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hatte vorher einen „heißen Tanz bei eisigen Temperaturen“ versprochen. Dem kam die vermeintliche B-Elf nach. Zwar blieben Chancen Mangelware, weil es zunächst unpräzise wurde, sobald der Ball sich Bayers Spitze Patrick Helmes näherte. Aber aus einer sicheren Deckung heraus mit einem solidem Abräumer-Duo Hanno Balitsch und Stefan Reinartz davor, häuften sich gegen Ende der ersten Halbzeit die Gelegenheiten. Und es war fast schon logisch, dass Sidney Sam das Tor gelang: In der 35. Minute zeigte er wieder einen seiner präzisen Distanzschüsse.
Unmittelbar nach der Halbzeit hatten die Gäste aber eine Schrecksekunde zu überstehen, als Abwehrchef Sami Hyypiä einen Kopfball von Trondheims Steffen Iverson für den geschlagenen Giefer von der Linie kratzte (47.). Keine Minute später tauchte Iverson erneut vorm Torwart auf, verzog aber. In der Folge bekam Leverkusen das Spiel wieder in den Griff, wenn auch nicht mehr die Spielfreude aufkam wie im ersten Durchgang. Durch einen Kopfball von Lars Bender hatte Bayer noch ein Chance, die Partie vorzeitig zu entscheiden.
Aber mit etwas Glück (vor allem in der 73. Minute als Rade Prica und Iverson im Doppelpack den Ausgleich verpassten) und einigem Geschick brachte der Bundesligist den Abend zu einem guten Ende – und zu einem schlechten für Trondheims Trainer Egger.
Statistik
Rosenborg: Örlund - Lustig, Bjärsmyr, Demidov, Dorsin - Henriksen, Annan, Skjelbred - Moldskred - Iversen, Prica. - Trainer: Eggen
Leverkusen: Giefer - Vida, Manuel Friedrich, Hyypiä, Kadlec - Balitsch, Reinartz, Lars Bender - Sam (68. Kaplan), Helmes (85. Castro), Jörgensen (76. Derdiyok). - Trainer: Heynckes
Schiedsrichter: Alan Kelly (Irland)
Tore: 0:1 Sam (35.)
Zuschauer: 11.096
Beste Spieler: Örlund, Annan - Giefer, Reinartz, Sam
Gelbe Karten: Annan
Torschüsse: 15:10
Ecken: 2:1
Ballbesitz: 43:57 Prozent
Fouls: 14:11
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