Bayer 04 Leverkusen: Zwei Hünen im Element
VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009 - 07:15Sami Hyypiä hilft den bedrohten Leverkusenern mit seinen Stärken im Luftkampf das Weiterkommen im Pokal zu sichern. Eren Derdiyok setzt den Frust über den Spätdienst in reine Energie um und empfiehlt sich.
Der lange Blonde trat entspannt heraus aus dem Kabinentrakt des sehr zweckmäßig ausgestatteten Karl-Liebknecht-Stadions. Und weil dort in Babelsberg noch nicht alles so strikt reglementiert ist wie in den Bundesliga-Klubs mit ihren vielen Sicherheitskräften, bekamen die Fans freien Zugriff auf die Leverkusener Stars nach ihrem kargen 1:0 im Pokal bei diesem tüchtigen Regionalligisten aus dem schönen Potsdam.
Bayers Finne Sami Hyypiä ließ sich das gefallen, der Skandinavier setzte ein Autogramm nach dem anderen aufs hingehaltene Papier.Hyypiä lächelte milde bei der Frage, ob das ein Pokalfight nach seinem Geschmack gewesen sei mit dieser Zuspitzung in der letzten Viertelstunde voller Nöte, die Verlängerung zu vermeiden.
"Es hat mir gefallen", sagte der 35-Jährige, der sich offenkundig in seinem Element befand, als er reihenweise den Ball mit dem Schädel aus der gefährdeten Zone beförderte. Er ist von den Cup-Partien in England mit Liverpool anscheinend noch Anderes, Spannenderes, Dramatischeres gewohnt.
Noch ein Leverkusener war besonders mit sich im Reinen nach einem doch anstrengenden Abend, der nicht nur physisch eine Herausforderung darstellte. "Es ist schön, dass ich gleich im ersten wichtigen Spiel ein Tor gemacht habe", bekannte Eren Derdiyok, "das bedeutet mir sehr viel." Und nicht nur ihm.
Der Treffer nach rund einer Stunde ließ Jupp Heynckes beim Einstand als Trainer eine Blamage vermeiden. Dass Derdiyok nach dem (verspäteten) Dienstantritt mit Macht auf Babelsbergs Tor zustrebte und dem entscheidenden Ball so viel Fahrt mitgab, ließ auf einen gewissen Frust schließen. "Ich habe schon damit gerechnet, in der Startelf zu stehen", gestand der Schweizer.
Bayers am späten Abend relaxter Coach aber erläuterte ohne Umschweife seine Überlegungen, Gekas und Stefan Kießling als ersten Sturm auflaufen zu lassen. "Gekas hat in der Vorbereitung die meisten Tore bei uns gemacht", betonte Heynckes, "und es ist immer gut, wenn man noch einen Joker auf der Bank hat."
Kießling jedenfalls ist ja nicht als der Knipser schlechthin bekannt, der auf die Schnelle zündet. Was er denn am Samstag in Mainz beim Bundesliga-Start mit Derdiyok mache, wieder auf die Bank setzen vielleicht? "Es ist noch viel zu früh, dazu etwas zu sagen", erklärte Heynckes.
Eine knappe Woche bleibt dem Trainer zum Überlegen, wie er denn in der Partie beim Aufsteiger verfährt. An Themen herrscht kein Mangel. "Mir hat das ganz gut gefallen", sagte Heynckes, "und an dem anderen arbeiten wir." Da hat er das Defizit im Abschluss gemeint und wohl auch die vielen Passfehler.
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