Leverkusen: Adomat ließ die Puppen tanzen
VON GABI KNOPS-FEILER - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010 - 09:18In seiner Rolle als neuer „Ritter des Humors“ legte Leverkusens Beigeordneter im Bayer-Kasino eine kesse Sohle aufs Parkett. Auch die Kostümsitzung, in die der Ritterschlag eingebettet war, ließ kaum Wünsche offen.
Erst blickten die Umstehenden äußerst skeptisch. Als sie jedoch sahen, wie gut die Vorführung beim begeisterten und nach Zugabe rufenden Publikum ankam, entspannten sich die Gesichter der ehemaligen Ritter deutlich. Das war sein Tag, und an dem durfte Marc Adomat sogar dem obersten Narrenfürsten die Show stehlen.
Der Zeiger der Uhr im großen Saal des Bayer-Kasinos zeigte 17.40 Uhr, als Fanfaren und Trompeten erklangen. Zahlreiche einstige Ritter sowie Ordenskanzler Peter Seydel begleiteten den Neuen auf die Bühne. Vor der Zeremonie ernannte Seydel Wolfgang Roeske, den neuen Bürgermeister von Odenthal, erst noch zum neuen „Herold“. Ein Herold habe schon im Mittelalter die diplomatische Aufgabe gehabt, bei grenzüberschreitenden Konflikten einzuschreiten, erklärt Seydel.
Marc Adomat (41) ist seit 1. März 2007 Leverkusens Beigeordneter für Schulen, Jugend, Kultur und Sport. Erst hier entdeckte der in Wuppertal geborene und in Radevormwald aufgewachsene Verwaltungswirt sein Herz für den Karneval.
Als Ritter „Marc, der Kultige“ will er vor allem viele Kindersitzungen besuchen und dort kleine Geschenke verteilen.
Das passe insofern, als dass die „Tafelrunde der Ritter des Humors“ keinem bestimmten Stadtteil zugeordnet werden könnte, sondern für ganz Leverkusen da sei. Dann erhob er Leverkusens Dezernent für Schulen, Jugend, Kultur und Sport als jüngsten aller 57 Ritter der Leverkusener Karnevalsgesellschaft Tafelrunde feierlich in den Adelsstand und ernannte ihn zu Ritter „Marc, der Kultige“.
Adomat bekam Barrett sowie Ritterbrief, dann folgte eine kurze Rede in Reimform. Schließlich bewies er wahren Sinn für Humor. Zusammen mit drei als „Eisprinzessinnen“ verkleideten Männern und Dirk Metzner, Chef des Lindner-Hotels, an seiner Seite, tanzte Adomat einen Schneeflöckchen-Tanz und „schwebte“ grazil über die Bühne. Das veranlasste Sitzungspräsident und Ex-Prinz Peter II. (Schmitz) später zu der Bemerkung: „Ich habe schon etliche Ritterschlagsitzungen miterlebt, aber so etwas noch nicht.“ Der Ritterschlag war eingebunden in eine mit 540 Karten ausverkaufte Kostümsitzung, die kaum Wünsche offen ließ. Aufgeboten wurde alles, was im Karneval Rang und Namen hat.
Die Ehrengarde der Stadt Köln, auch als „Spinat mit Ei“ bezeichnet, füllte die gesamte Bühne aus. „Brings“ verwandelten den Saal in einen Hexenkessel, „Ne Kölsche Schutzmann“ und „Ne Bergische Jung“ stiegen in die „Bütt“, bevor Prinz Bernhard I., der mit großem Gefolge aufzog, auf etliche Gemeinsamkeiten von Prinz und Ritter hinwies.
Die „Schlebuscher Tanzgarde“ demonstrierte flotte Tänze, Rheinfeuer Koblenz bot eine Fiesta der besonderen Art. Guido Cantz kassierte als „Mann für alle Fälle“ eine von zahlreichen Raketen, Räuber und Black Fööss brachten den Saal zum Kochen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






