Leverkusen: "Ein Prinz zum Anfassen"
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 - 12:02Männer können weinen. Karnevalisten in Leverkusen auch öffentlich. Karl „Robbi“ Goller, Prinzenführer von Bernhard I. (Bunse), wurde Dienstagabend bei der traditionellen Schlüsselrückgabe vom Abschiedsschmerz übermannt, verdrückte zwei bis elf Tränchen und wählte einen extra weiten Weg, um nicht zu früh auf der Bühne aufzutauchen.
Dort zelebrierte der Leverkusener Prinz gerade seinen Abschied von der Session. Mit belegter Stimme und trauriger Miene. „Tschö” war sein letztes Wort, dann führten ihn die Englein fort in die Arme seiner Frau Bärbel. Ein Kuss, ein Umarmen, der stille Händedruck mit Mitgliedern des Spielmannzuges, geschafft.
Zuvor hatten die Vertreter der Leverkusener Karnevalsgesellschaften im „Saal” des Autohauses NRW Garage (gegenüber Smidt) stehend und lang anhaltend Beifall gespendet. „Bernhard, es war schön mit Dir. Wir haben uns sauwohl gefühlt”, lobte Präsident Aloys Breibach, stellvertretend für die Prinzengarden Opladen und Leverkusen. „Als Prinz zum Anfassen”, charakterisierte Uwe Krause, Präsident des Festausschusses (FLK) die scheidende Tollität.
Berndhard I. musste sich mit Tränchen in den Augen die Prinzenkette abnehmen und sie an den FLK-Chef zurückgeben. Bunse ging nicht, ohne seinen vielen närrischen Freunden zu danken. Etwa der Karnevalsgesellschaft Rote Funken, die diese Session 100jähriges Bestehen feierte und bei denen Bernhard Bunse als Senatspräsident fungiert. Oder seiner Frau Bärbel und auch dem Vorgänger Ralf I. Schaffrick: „Ich freue mich, dass Du gekommen bist”, sagte Bunse. Ralf I. hatte für Erstaunen gesorgt, weil er als Träger des blauen Zylinders nicht in den Karnevalszügen Opladen und Wiesdorf mitgefahren war.
Nach einem gereimten Wortgeplänkel mit Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn gab Bernhard I. den symbolischen Rathausschlüssel zurück. Gerade rechtzeitig, denn ab morgen zieht die Oberbürgermeister-Abteilung von Opladen nach Wiesdorf ins Mini-Rathaus über dem Einkaufszentrum „Rathaus-Galerie” um.
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