Leverkusen: 1500 Insolvenzen in der Region
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009Leverkusen (RPO). Solingen Einen Trend zur Selbstständigkeit hat die Creditreform festgestellt. Auf der anderen Seite gibt es 2009 im Bereich Solingen-Remscheid-Leverkusen etwa 1500 Unternehmen, die vom Markt verschwinden werden. Gefragt, ob die Talsohle durchschritten sei, kann Achim Kirschner nur zum Blick in die Glaskugel raten, denn die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr ist geprägt von Unwegsamkeiten, mit denen die Creditreform auch bei ihrem Bericht für das Krisenjahr 2009 zu kämpfen hatte.
355 Insolvenzverfahren
Kürzlich stellte Geschäftsführer Achim Kirschner zusammen mit Kurt Ludwigs die Unternehmensentwicklung mit Neugründungen und Pleiten bis zum 31. Oktober vor. Danach ist die Region mit 1255 Pleiten belastet, hochgerechnet auf 2009 hat die Creditreform eine Zahl von 1500 ermittelt. Die meisten Pleiten in der Region sind hierbei mit 920 die nicht-öffentlichen, nur in 335 Fällen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die meisten Firmen, die sich nicht am Markt behaupten konnten, sind jung und klein, das bedeutet, sie sind noch nicht lange am Markt und haben weniger als fünf Mitarbeiter.
Doch auch einige spektakuläre Firmenpleiten hat es in Leverkusen und Leichlingen in den ersten neun Monaten des Jahres gegeben: die Firma Precise Präzisionsspindeln in Leichlingen mit 86 Beschäftigten, Kroymanns Autohaus, wo 71 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren, die Druckerei H. Koopmann mit 65 Beschäftigten und die TMD Friction GmbH und TMD Friction Services, die zusammen zirka 1560 Beschäftigte hatten. Insgesamt sind in der Region rund 6700 Arbeitsplätze akut gefährdet oder bereits betroffen.
Vergleichsweise stabil, so Achim Kirschner, sind jene Unternehmen, in denen der Inhaber selbst hinter der Firma steht. Und auch die Selbstständigen haben nach den Erhebungen der Creditreform keinen hohen Anteil an den Firmenpleiten.
Ärzte von Pleiten wenig gefährdet
"Dass es zum Beispiel den frei praktizierenden Ärzten besonders schlecht geht, kann man aus unserer Statistik nicht herauslesen." Besonders "pleitenanfällig" seien nach wie vor die voll haftenden Gewerbetreibenden und Einzelkaufleute. Mit den Pleiten ist verbunden, dass Gläubiger ihre Forderungen abschreiben müssen. Im Bereich Solingen-Remscheid-Leverkusen liegt die Summe der Forderungen, die nicht beglichen werden, bei 220 Millionen Euro.
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