Leverkusen: 400 Knöllchen zum KiKa-Fest
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 26.08.2008Leverkusen (RPO). Die Veranstalter der KiKa-Sommertour rechneten mit 40 000 Besuchern. Gekommen sind angeblich 80 000. Zeitweise brach der Verkehr zusammen. Die Stadt verteilte 400 Knöllchen. Die KiKa-Tour kommt 2010 wieder.
Wiesdorf Knatschende Kinder, entnervte Mütter und Väter, Gedränge allerorten, massive Verkehrsprobleme – das war die negative Seite der KiKa-Sommertour im Neulandpark. Auch die Anwohner des Wiesdorfer Parks schimpften. Zugeparkte Einfahrten, verstellte Rettungswege und der stundenlange Parksuchverkehr, da hatten einige Wiesdorfer die Faxen dicke und bestellten den Abschleppdienst. Ganz nebenbei verteilten städtische Verkehrskontrolleure 400 Knöllchen und ließen vier ganz brutal falsch abgestellte Fahrzeuge an den Haken nehmen und abschleppen.
Vom Zuschauerstrom überrollt
Für die einen war der Sonntag ein einziges Chaos, für die anderen eine tolle Attraktion. Und keine Sorge: „Die Veranstalter der KiKa-Sommertour wollen 2010 wieder im Neulandpark Station machen“, berichtete gestern Stadtsprecherin Irmgard Schenk-Zittlau. Damit dies nicht als Drohung verstanden wird, will die Stadt dann „das Verkehrskonzept für Großveranstaltungen“ fahren – vergleichbar mit der Aktion beim Feuerwerk „Feuerzauber“ im Rahmen der Landesgartenschau.
Gestern räumte die Stadtsprecherin ein, dass die KiKa-Tour-Veranstalter und die Stadt vom Zuschauerstrom überrollt wurden. Die Organisatoren des Kinderfestes hatten mit 40 000 Besuchern gerechnet, die vor allem mit Bussen und Bahnen anreisen sollten. Tatsächlich sollen sich rund 80 000 Gäste am und im Neulandpark getummelt haben. Das war die dreifache Zuschauerzahl eines Bayer 04-Fußballspiels. Offenbar war die halbe Republik unterwegs an den Wiesdorfer Rhein. Dazu kamen Familien aus Belgien und den Niederlanden. Da reichte die Parkplatzkapazität nicht im Ansatz aus.
Zur Verfügung standen die Parkplätze am Currenta-Entsorgungszentrum sowie die Bayer-Flächen in Wiesdorf. „Nächstes Mal müssen wir auch die Parkplätze am Kurtekotten nutzen und einen Pendelbusverkehr einrichten“, sagte Stadtsprecherin Schenk-Zittlau. Dazu müsste die Beschilderung zu den Parkplätzen verbessert werden (sie fehlte am Sonntag an vielen Stellen). Zum „großen Verkehrskonzept“ zählen auch die Sperrungen der Rheinallee und der Wohnsiedlungen sowie weitere Straßensperrungen rings um den Park.
Die Stadt befürwortet den KiKa-Besuch in 2010. Diese gute und stark nachgefragte Veranstaltung sei ein großer Imagegewinn für Leverkusen, sagte die Stadtsprecherin. Dass am Sonntag so viele Besuchern an den Rhein kamen, sei grundsätzlich erfreulich, die Beeinträchtigungen bedauere man.
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