Leverkusen: A3: Geisterfahrt endete tödlich
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009Leverkusen (RPO). Ein 21-Jähriger fuhr in Köln-Mülheim falsch auf die Autobahn 3 auf. Sein Auto prallte mit voller Wucht auf ein entgegenkommendes Auto. Beide Fahrer starben. Ein Leverkusener, der in die Unfallstelle fuhr, verletzte sich leicht.
Leverkusen/Köln Die Geisterfahrt eines 21-Jährigen aus Waltrop endete am Dienstagabend auf der Autobahn A3 bei Köln-Mülheim tödlich. Der Falschfahrer und ein weiterer Autofahrer, der in der richtigen Richtung, nämlich in Richtung Köln/Frankfurt, die Bahn benutzte, kamen ums Leben. Ein Leverkusener, der ebenfalls in das Geschehen verwickelt wurde, hatte offenbar einen Schutzengel: Der Mann wurde laut Feuerwehr nur leicht verletzt.
Was war passiert? Der 21-Jährige aus Waltrop war am Dienstagabend an der Anschlussstelle Köln-Mülheim in entgegengesetzter Fahrtrichtung auf die A3 gefahren. Wer die Auffahrt kennt, weiß, dass es für eine falsche Auffahrt schon einer Spitzkehre bedarf.
A3: 160 000 Autos/Tag
Die Autobahn A 3 ist die meistbefahrene Schnellstraße in Nordrhein-Westfalen. Die größte Verkehrsdichte gibt es laut Landesbetrieb Straßen am Heumarer Dreieck mit über 160 000 Autos am Tag, im Raum Leverkusen-Süd sind es täglich rund 147 000 Autos.
Eineinhalb Kilometer nach der Auffahrt prallte der Opel Astra des jungen Mannes dann laut Polizei auf der linken der drei Fahrspuren frontal mit dem BMW eines 41-jährigen Fahrers aus Rheinland-Pfalz (Kreis Germersheim) zusammen. Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurde der Opel angehoben und blieb schräg auf der Mittelleitplanke liegen. Der 21-Jährige wurde aus dem Wagen geschleudert.
Der 33-jährige Leverkusener, der mit seinem Wagen hinter dem BMW unterwegs war, bremste ab, als er den Unfall bemerkte, rutschte aber trotzdem in die Trümmer der Unfallwagen hinein. Er verletzte sich leicht und wurde dann von den Einsatzkräften nach Hause gebracht. Für den 21-Jährigen aus Waltrop kam jede Hilfe zu spät, er war sofort tot. Der BMW-Fahrer starb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen.
Die Polizei musste die A 3 Richtung Frankfurt zwischen den Anschlussstellen Leverkusen und Mülheim für die Unfallaufnahme und Aufräumarbeiten über vier Stunden sperren. Gegen 1.15 Uhr wurde die A 3 wieder für den Verkehr freigegeben. Beamte leiteten den Verkehr über Leverkusen ab und um.
Die Fahrzeuge, die zwischen den Anschlussstellen standen, wurden zur Leverkusener Anschlussstelle rückgeführt. Die Autos stauten sich auf der A3 wegen des Unfalls bis auf drei Kilometer Länge.
Bei der Polizei waren gegen 21 Uhr Anrufe von Autofahrern eingegangen, die über den Unfall informierten. Erst als die Beamten am Unfallort eintrafen, konnten sie anhand der Spuren absehen, dass eine Geisterfahrt den Unfall verschuldet hatte. Um zu klären, wie die Geisterfahrt zustande kam, hat die Polizei nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen herangezogen.
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