Leverkusen: AIDS-Gefahr ist nicht vorüber
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 24.11.2009Leverkusen (RPO). Allen medizinischen Fortschritten zum Trotz steigt die Zahl der AIDS-Infizierten in Deutschland an. Zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember organisieren die Stadt und Leverkusener Verbände deshalb eine Präventions-Initiative.
Aids ist für viele kein Thema mehr. Man glaubt, das sei vor allem ein Problem von Afrika. Andere lassen sich in Sicherheit wiegen von Berichten über Medikamente oder Forschungs-Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes. Dabei steigt auch in Deutschland die Zahl der Neudiagnosen seit Jahren.
"Wir wollen Jugendlichen vor allem vermitteln: Seid nicht sorglos mit euch", sagt Ingrid Bahre vom Fachbereich Kinder und Jugend. Zusammen mit Vertretern der Aidshilfe Leverkusen, der Awo und Pro Familia hat sie zum Welt-Aidstag, der international am 1. Dezember begangen wird, eine weitere Präventionskampagne organisiert, die sich gezielt an Jugendliche richtet. Zugleich will man allgemein das Interesse am Umgang mit der Krankheit wecken und das weltweite Problem Aids an diesem Tag ins Bewusstsein rücken.
Anonyme Tests
Die Aidshilfe Leverkusen betreut in der Region die größte Gruppe Betroffener außerhalb Kölns. Viele kommen schon seit Jahren, aber es kommen immer wieder neue Klienten dazu, die sich erst vor kurzem angesteckt haben. Für Menschen, die befürchten, sich infiziert zu haben, bietet das Gesundheitsamt anonym und kostenlos Tests im Medilev-Ärztehaus am Klinikum an. Tel. 0214 4065323
950 Schüler im Kinopolis
Etwa 950 Schüler der Klassen acht bis elf verschiedener weiterführender Schulen werden am 1. Dezember ins Kinopolis kommen. Noch können sich weitere Schulklassen anmelden. Dort werden während der Unterrichtszeit zwischen 8.30 und 14 Uhr vier verschiedene Filme gezeigt, die das Thema Aids berühren. Keine langweiligen Dokus, versichert Kinopolis-Mitarbeiter Daniel Winz, sondern Streifen mit Spielfilmcharakter. Denn den Veranstaltern geht es um eine echte Betroffenheit. Die erreicht ein Film besser als die neusten Zahlen und Erkenntnisse, die Renate Wöllenstein als ehrenamtliche Mitarbeiterin der Aidshilfe Leverkusen immer als Hintergrundinformation aufbereitet. Anders als im Klassenraum oder der Schulaula ist vor der großen Kinoleinwand minimiert. Und nach dem Abspann bleiben alle für eine Diskussion im Saal sitzen. Ärzte, die dem Arbeitskreis Aids angehören, werden dort die Fragen der jungen Zuschauer beantworten.
Die Veranstaltung ist in zwei Blöcke geteilt, so dass sich jeweils nicht mehr als 500 Schüler gleichzeitig auf der ersten Etage des Kinopolis aufhalten. Vor und nach den Filmen bekommen die Jugendlichen im Foyer alle möglichen Informationen über Aids und vor allem über den Schutz vor einer Ansteckung. Ganz ähnlich lief die Veranstaltung zum Welt-Aids-Tag schon im vergangenen Jahr. Auch damals stellte Helmut Brunotte bereits das Kinopolis inklusive Personal einen Vormittag lang kostenlos zur Verfügung. "Sonst könnten wir das gar nicht machen", erklärt Ingrid Bahre, dass man für solche Kampagnen ganz auf Sponsoren angewiesen ist.
Und die Erfahrungen des letzten Jahres waren so gut, dass man dieses Angebot gerne wieder angenommen hat. Die Verunsicherung bei den Jugendlichen ist groß, das wissen Bahre und Wöllenstein aus ihrer Präventionsarbeit in den Schulen.
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