Alkenrath: Alkenrath: Abriss zum Jubelfest
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 27.04.2007Alkenrath (RPO). Alkenrath feiert: 50 Jahre wird der Stadtteil alt – oder jung. Das Jubelfest am Wochenende droht verstaubt über die Bühne zu gehen: Die Investoren für den Plus-Markt lassen derzeit das ehemalige Kaufhaus abreißen. Ein Streitobjekt.
Festzelt-Daten
Heute, 11 Uhr: Eröffnung Luftbildausstellung, Sparkasse Marktplatz
Heute, 18 Uhr: Party ab 18 Uhr, Feuerwerk um 22 Uhr
Samstag: ab 14 Uhr, Kinderparty; ab 18 Uhr Tanzparty
Sonntag: 11 Uhr Frühschoppen, ab 15 Uhr Festakt mit Ehrungen
Die schönste Geburtstagsfeier kann im Zorn enden, wenn sich die Festteilnehmer ordentlich fetzen. Dies ist in Alkenrath der Fall. Pünktlich zu den Feierlichkeiten staubt es an der Alkenrather Straße: wegen des Bauprojekts „Plus-Markt“. Abriss-Fachleute schlagen zwischen Weiher und ehemaligem Bayer-Kaufhaus seit Tagen sichtbar zu. Der Gebäudeabriss lässt die Nachbarn eher kalt, was die Gefühle stark erhitzt, ist die Vorbereitung für den Bau des Plus-Parkplatzes neben dem Weiher.
Dafür wurden Bäume gefällt, Büsche rausgerissen und der vor allem bei Kindergartenbesuchern beliebte Weg zwischen Alkenrather Straße und Nikolaus-Groß-Straße abgebaggert. Der Knackpunkt dabei: Nachbarn haben gegen die Größe des Parkplatzes Widerspruch eingelegt. Eine Entscheidung des zuständigen Verwaltungsgerichts Köln steht noch aus. Und so ärgern sich die Protestler, dass der Bauherr zwischendurch schon Fakten schaffen darf.
Auch die Bürgerliste nutzt das Fest, um eine neue, alte Forderung zu präsentieren. Der Stadtrat solle doch endlich den Bau der Umgehungsstraße für Alkenrath beschließen, fordert die Fraktion. In zwei, drei Jahren könne mit dem Projekt begonnen werden, suggeriert die Bürgerliste in einem Flugblatt an die Alkenrather.
Die städtische Verwaltung hält diese Zeitschiene für unmöglich. Die Umgehungsstraße soll nach Wunsch der Befürworter am Rande des Bürgerbuschs verlaufen. Der Plan genießt aber keinen Vorrang. Die Ratsmehrheit beschloss im Februar, alle weiteren Arbeiten an dem Straßenprojekt einzustellen.
Zwei Gründe spielen eine Rolle: Es fehlt das Geld. Und: Die Ausgleichsmaßnahmen für zu fällende Bäume ließen sich in Leverkusen nicht realisieren, erinnerte Tiefbauamtsleiter Reinhard Gerlich. Alkenrather drohen zudem mit massivem Widerstand. Bemerkenswert ist die Protokollnotiz von 1956: „Im Übrigen machte Herr Granz (Architekt der Stadt Leverkusen) darauf aufmerksam, dass in mindestens drei Jahren die Umgehungsstraße durchgeführt sein wird.“ Die Stadt Leverkusen wollte alles selbst bezahlen. Das ist Geschichte.
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