Leverkusen: Alles Banane
VON KATHRIN BECKER - zuletzt aktualisiert: 12.09.2006Leverkusen (RPO). Mehr als 600 Bananenbilder hatten Kinder und Jugendliche beim Malwettbewerb eingereicht. Die Jury hatte es nicht leicht: Die schönsten Arbeiten in drei Altersklassen mussten ausgezeichnet werden.
Weg einer Frucht
Die Banane stammt ursprünglich aus der südostasiatischen Inselwelt.
Nach Afrika kam die Banane wohl mit den austronesischen Einwanderern, die Madagaskar vom heutigen Indonesien aus besiedelt haben.
Von den Kanarischen Inseln, wo die Spanier sie dann angepflanzt hatten, gelangte die gelbe Frucht anschließend nach Amerika.
SCHLEBUSCH Eine Antwort auf die berühmte „Warum ist die Banane krumm?“-Frage gab es am Sonntag Abend beim Bananenfest vor Schloss Morsbroich nicht. Wer sich aber im Museumsshop die „Metamorphosen der Spraybanane“ von Thomas Baumgärtel angesehen hatte und im Gartensaal die über 600 Bananenbilder, die Kinder und Jugendliche aus Leverkusen zum Malwettbewerb eingereicht hatte, der wollte gar nicht mehr wissen, warum die Banane krumm ist, sondern war nur noch froh, dass sie es ist. Anderenfalls hätte es wohl nicht so viele Bilder gegeben von Bananen als Boot, als Rutsche, als Delphin, als Federmäppchen, Couch, Handtasche, Flugzeug und … und …und.
„Da sind richtig tolle Sachen dabei gewesen“, meinte Baumgärtel, der zusammen mit Museumsdirektor Dr. Markus Heinzelmann die schönsten Arbeiten in drei Altersklassen heraussuchen und mit einem Preis auszeichnen durfte. Bei den Sechs- bis Neunjährigen konnte sich Justin Krüger über einen Gameboy freuen, bei den zehn- bis 13-Jährigen bekam Timotheus Rödder einen i-pod, und ein weiterer ging an Marcel Raczek in der Altersklasse der 14- bis 17-Jährigen. Einen Preis für die beste Gruppenarbeit bekam die Klasse 6a der Lise-Meitner-Schule, und weitere Gewinne wurden unter allen Teilnehmern verlost. Anlass für den Malwettbewerb und das Bananenfest war die Präsentation von Baumgärtels jüngster Edition, der „Museum-Morsbroich-Banane“. Seit er 1986 angefangen hat, Galerien, Museen und andere Kunstorte weltweit mit einer Graffiti-Banane zu versehen, hat Baumgärtel über 150 Metamorphosen dieser ursprünglichen Spraybanane entwickelt, darunter zum Beispiel eine BSE-Banane mit Hörnern, eine Euro-Banane oder die Friedensbanane, die nach den Anschlägen auf das World Trade Center vor fünf Jahren entstanden ist. „Diese Metamorphosen sind für mich so etwas wie ein bildliches Tagebuch“, erklärte der in Köln lebende Künstler. Der neuste Baustein ist nun eine Banane mit dem Logo des Museumsvereins Morsbroich darauf. Diese neue Edition nahm der Museumsverein zum Anlass, um mit einem Fest etwas Leben in den Park des Schlosses zu bringen, das zur Zeit wegen Umbauarbeiten geschlossen ist. Aufgeblasene Plastikbananen in den Bäumen, bananengelbe Tischdecken und Ständer mit frischen Früchten sorgten dabei ebenso für das richtige Ambiente wie eine ausgefallene Speisekarte: Lachs im Bananenblatt mit Limetten-Koriander-Dip, Scampispieß mit Curry-Bananen-Dip und Bratwurst mit … nein, mit Senf und Brot. Die wichtigste Banane des Abends war aber wohl die, die Baumgärtel an den Museumsshop sprayte. Auch wenn die Plastikbananen wieder abgehangen und die echten aufgegessen sind – diese Banane bleibt.
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