Kommentar: Alles muss auf den Prüfstand
zuletzt aktualisiert: 09.11.2009Kommentar (RPO). Wird die "Neue Bahnstadt Opladen" ein Fass ohne Boden? Man gewinnt diesen Eindruck angesichts ständig neuer Hiobsbotschaften in den vergangenen Tagen. 2005 belief sich die Kostenschätzung für das Vorzeige-Projekt im Rahmen der Regionale 2010 noch auf rund 84 Millionen Euro. Im Sommer 2008 waren es 125 Millionen. Und jetzt – Ende 2009? Dass die CDU zügig Akteneinsicht verlangt und auf rückhaltlose Information der Bevölkerung drängt, ist nur zu verständlich. Denn mit jedem Monat, den die Bahnstadt-Krise andauert, wird der neue Oberbürgermeister, der Christdemokrat Reinhard Buchhorn, stärker persönlich dafür verantwortlich gemacht werden. Deshalb muss es ureigenstes CDU-Interesse sein, schleunigst aufzuzeigen, ob sich Bahnstadt-Geschäftsführerin Rottes, Ex-OB Küchler oder andere bisher federführend Beteiligte irgendwelcher Verfehlungen schuldig gemacht haben. Doch damit ist das Problem natürlich noch lange nicht gelöst. Im Gespräch mit NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sollte Buchhorn jetzt vor allem klären, wie weit das Engagement des Landes bei den Kosten tatsächlich geht. Beziehen sich Zusagen auf den 2005 oder 2008 geschätzten Kostenstand, oder trägt Düsseldorf weitere Steigerungen mit? Alle Daten müssen auf den Tisch. Denn erst dann kann eine fundierte Entscheidung fallen. So bitter das auch sein mag: Für die Gleisverlegung sollte die Stadt notfalls auf anderes verzichten – aber niemals auf die Fachhochschule. (peco)
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