Leverkusen: An Zeitungszeilen durchs Museum
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 03.04.2010Leverkusen (RPO). Für den Fall, den keiner sich wünscht – nämlich Regen an Ostern, braucht niemand zu verzagen. In Leverkusen laden drei Ausstellungsorte zu besonderen und vor allem abwechslungsreichen Schauen ein. Von Fotoserien über Grafiken bis zu Objekten aus Dachlatten und Zeitungspapier.
Sollte das Wetter an den Osterferien nicht so perfekt ausfallen, gibt es keinen Grund, sich zu Hause zu verkriechen. Es gibt derzeit mehrere Ausstellungen in Leverkusen, deren Besuch sich nicht nur bei Regen lohnt. Im Schloss Morsbroich kann man gleich drei Präsentationen besichtigen: im Haupthaus "Albrecht Schäfer. Ein Tag" und in der Grafiketage unter dem Dach die Präsentation des Grafikzyklus "Wie ein Totentanz" von Alfred Hrdlicka . Diese 53 Blätter umfassende Mappe beleuchtet das Wesen und die Folgen der Gewalt und gehört zur Sammlung Morsbroich. Gezeigt wird sie bis zum 15. August als Hommage an den österreichischen Künstler, der im Dezember des vergangenen Jahres gestorben ist.
Die zwei Hauptetagen füllte der 1967 geborene Künstler Albrecht Schäfer, zum Teil mit Arbeiten, die am Ort und im Dialog mit der Architektur des barocken Wasserschlosses entstanden sind. Im wahen Sinne des Wortes wegweisend ist die die Titel gebende Installation "Ein Tag". Sie zieht sich, angefangen von der Eingangstür, als Linie in 1,60 Meter Höhe durch sämtliche Ausstellungsräume. Schäfer schnitt dazu eine komplette Tageszeitung Zeile für Zeile auseinander und fügte den Text fortlaufend zusammen. Diese Linie bestimmte dann auch den Standort für Bilder und Objekte, die sich nur darüber oder darunter aufhängen ließen. Speziell für dieses Haus entstanden sind auch die Raum füllenden Arbeiten aus Dachlatten "Spinne" und "Tonne".
Ort und Zeit
Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Str.80, Tel. 0214 855560, www.museum-morsbroich.de; Öffnungszeiten di 11 bis 21 Uhr, mi bis so 11 bis 17 Uhr, Karfreitag u. mo geschlossen, öffentliche Führungen so 15 Uhr. Eintritt fünf , ermäßigt 3,50 Euro
Erholungshaus Bayer Kultur, Nobelstraße 37, Tel. 0214 3041283, www.kultur.bayer.de; Öffnungszeiten sa, so- u. feiertags 11 bis 17 Uhr, öffentliche Führungen so 11.15 Uhr. Eintritt frei
Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer, Freudenthal 68, Tel. 0214 5007268, www.sensenhammer.de; Öffnungszeiten di bis fr 10 bis 13 Uhr, sa, so 12 bis 17 Uhr, Eintritt drei, Kinder zwei Euro.
In den Schloss-Remisen hat der Kunstverein Leverkusen Schloß Morsbroich seine Präsentationsräume. Bis einschließlich Ostern sind dort "Adventures in Geometry" von Esther Tielemans zu sehen. Es ist ein Abenteuer der Bildentleerung. Denn die Künstlerin hat Bilder in mehrere sich überlappende Flächen aufgeteilt und arbeitet mit hochglänzendem Autolack. Der spiegelt Umgebung und den Betrachter selbst in das sich verändernde Bild hinein.
Die Sammlung Gerhard Schneider gehört eigentlich nach Solingen und ist derzeit im Erholungshaus der Bayer Kultur zu Gast. "Angriff auf die Kunst im Widerstand" ist der Titel der Kunstschau, die vorwiegend weniger bekannte, von den Nazis als "entartet" abgestempelte Künstler zeigt. Mit jedem dieser Zeichnungen, Grafiken und Gemälden sind erschütternde Schicksale verbunden. Die auf zwei Etagen ausgebreiteten Arbeiten sind mit entsprechenden erklärenden Texten versehen, so dass sich in jedem Fall auch der selbständige Rundgang lohnt.
In der Galerie des Industriemuseums Freudenthaler Sensenhammer spannt eine Fotoausstellung von Ralf Schuhmann einen Bogen von der Endzeit der DDR bis zur Konstituierung der neuen Bundesrepublik am 3. Oktober 1990.
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