Leverkusen: "Angela Merkel guckt nicht ab"
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 07.01.2010Leverkusen (RPO). Die 16-jährige Lena Schubbert aus Leverkusen hat den Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember hautnah miterlebt. Nach ihrer Rückkehr hat die Schülerin ihre Eindrücke noch einmal zusammengefasst und zieht jetzt Bilanz.
Private Unterkunft
Lena hat während der Zeit in Kopenhagen bei der deutschen Bayer-Mitarbeiterin Babette Hirth gelebt. Zur Seite stand ihr ein weiterer Konzernmitarbeiter, Achim Ilzhöfer. Er hat sie zu den Austellungen gelotst. Ihr Klimaprojekt in der Schule hat Lena abgeschlossen. Bei der Auswahl eines neuen Projekts will sie sich Zeit lassen.
Die Souveniershops in Kopenhagen sind noch ausbaufähig. "Da gibt's eigentlich nur Postkarten und ganz seltsame undefinierbare Gnome", sagt Lena Schubbert. Die Souveniershops einer Inspektion zu unterziehen, hatte Lena überraschenderweise Zeit, denn ihr Rückflug vom Klimagipfel in Kopenhagen am Sonntag vor Weihnachten wurde gestrichen. "Zu viel Schnee am Düsseldorfer Flughafen", berichtet die 16-Jährige. Glücklicherweise gab's anderswo weniger schlechtes Wetter, die Klimagipfelgäste konnten abreisen, die Betten im Konferenzhotel waren frei für Lenas Extra-Kopenhagen-Nacht.
Eine Nacht zum Aufwärmen – denn die Veranstaltungen und Ausstellungen die die Leverkusener Schülerin während des Klimagipfels besuchte, fanden zum großen Teil draußen statt. "Es gab zum Beispiel einen großen Eisberg, der demonstrativ schmelzen sollte. Man sah nur nicht viel davon, weil so viel Schnee drauflag", erzählt Lena. Am besten hätten ihr die 100 Fotos gefallen, die 100 Orte zeigen, die in ihrer Existenz bedroht sind, wenn der Wasserspiegel weiter steige: "Ein Foto zeigte zum Beispiel Venedig, was dann möglicherweise nicht mehr da wäre."
Lena war mit der Erwartung nach Kopenhagen gefahren, dass die Politiker dort die Nachfolge des Kyoto-Protokolls auf die Beine stellen würden. Ihre Erwartung wurde enttäuscht. "Es gab Länder, deren Vertreter sich völlig quergestellt haben, dann kann natürlich nichts weitergehen. Was sollen die anderen da machen?", schildert die 16-Jährige ihre Eindrücke. "Nie hätte ich mir vorgestellt, dass die Verhandlungen zwischen den vielen Ländern so schwierig sein könnten. Zwischendurch sah's noch schlimmer aus. Da wollten einige Teilnehmer sogar, dass Dinge wieder aus dem Kyoto-Protokoll rausgestrichen werden."
Beeindruckt vom Klimagipfel, den sie nur von außen erleben konnte, weil sie keine Akkreditierung für das Bella Center, den Ort, an dem sich die Politiker trafen, bekommen hat, ist Lena dennoch. "Die Reden von Barack Obama und Angela Merkel habe ich in einer Live-Schaltung im Forum gesehen, das für Leute gedacht war, die von der Akkreditierungsliste wieder runtergeflogen sind", berichtet die Schülerin. "Vom Sprechen her war Angela Merkel besser als Obama. Sie hat völlig frei geredet, muste nie auf ihre Unterlagen schauen." Lena hat die Atmosphäre vor Ort fasziniert: "Nur schade, dass so wenig beim Gipfel rausgekommen ist."
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