Leverkusen: Anonymer Aidstest in Wiesdorf
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 02.12.2009Leverkusen (RPO). Die lebensbedrohliche Krankheit "Aids" ist nicht besiegt und auch nicht heilbar. Trotzdem scheint sich mehr Sorglosigkeit im Umgang mit dem Problem breitzumachen. Zur Aufklärung lief gestern der Aids-Informationstag.
"Ich fand es jedenfalls interessant", sagt der der 17-jährige Sebastian Jablonski. Für ihn und seine Mitschüler aus der zehnten Klasse der Katholischen Hauptschule Im Hederichsfeld sah der Unterricht gestern anders aus als sonst. Die Jugendlichen besuchten die Aktion zum Welt-Aidstag im Kinopolis und schauten sich zunächst einen Film an. Sebastian und seine Freunde sahen "Die fickenden Fische" und erzählten knapp die Handlung. Es ist die Geschichte einer ersten Liebe eines Mädchens und eines Jungen, der HIV positiv ist. "Der hat Angst darüber zu reden", erklärt Dominik Honeder.
Die Stimmung im vollen Kinosaal, in dem Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahre saßen war eher laut, räumt Tim Tolksdorf ein. Das lag aber wohl an den feixenden Jüngeren. Lehrerin Erika Sander-Kaftan bescheinigte ihren Zehntklässlern jedenfalls Aufmerksamkeit. Achim Bonke (16) sah zeitgleich einen anderen Film, den die jungen Zuschauer viel ernster verfolgten.
Film und Diskussion
Zum zweiten Mal hat Kinopolis-Betreiber Helmut Brunotte Säle, Foyer und Personal für den Welt-Aidstag zur Verfügung gestellt. In zwei Blöcken wurden zum Thema Aids vier verschiedene Filme mit Spielfilmcharakter gezeigt. Anschließend fand jeweils eine Diskussion im Saal statt.
Beim Seitensprung infiziert
Hier wurde die Geschichte einer Familie erzählt, die auseinanderbricht, nachdem sich der Vater bei einem Seitensprung infiziert hat. Im Alltag sei Aids für sie kein Thema, gaben die Jungen offen zu. Jedenfalls keines, über das sie sich normalerweise unterhalten. Das Problem ist für sie weit weg. Beim Aktionstag im Kinopolis nutzten sie die Gelegenheit, sich zu informieren. "Ich finde es gut, dass man im Gesundheitshaus kostenlos und anonym einen HIV-Test machen kann", sagt Dominik Honeder, der einen entsprechenden Flyer am Info-Stand entdeckt hatte. Er und seine Freunde nahmen auch am Wurfspiel von Pro Familia teil. Der Versuch, mit Riesenspermien aus Stoff in übergroße bunte Kondome zu treffen, sei eine gute Methode, mit Jugendlichen über HIV und Schutz ins Gespräch zu kommen, erfuhr Birgitt Reintjes, als Sozialarbeiterin bei Pro Familia sonst vorwiegend in der Beratung tätig.
Wer mehr gewinnen wollte, musste bei ihrer Kollegin Pia Heck Quizfragen rund um das Thema Aids beantworten. Dabei kam es zu nachdenklichen Momenten und auch zu Diskussionen untereinander. Genau das wollten die Initiatoren, die sich zum zweiten Mal an der Aktion im Kinopolis beteiligt hatten (AWO, Aidshilfe und Gesundheitsamt) auch erreichen.
Einige Schulklassen waren gut vorbereitet worden und hatten Aufgaben mitbekommen. Hanna Deremer und Ann Christin Nöhre aus der 9b des Landrat-Lucas-Gymnasiums notierten, was auf den Infotischen an Broschüren und Infomaterial auslag. Andere Mitschüler hatten Fragen für die Diskussion nach dem Film vorbereitet.
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