Leverkusen: Ansturm bei Gummitwist, Blindekuh und Eierlaufen
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 13.07.2009Leverkusen (RPO). Höchste Konzentration stand Yanis Martin ins Gesicht geschrieben: Ein Auge des Fünfjährigen schien immer auf das Ei auf dem Löffel in seiner Hand gerichtet, mit dem anderen spähte er den Parcours vor sich aus, den es fehler- und unfallfrei zu bewältigen galt.
Nach rund 30 Metern kam Yanis ins Ziel. Nicht ein einziges Mal war ihm das Ei vom Löffel geplumpst. Aber schwierig war es schon, das Eierlaufen, oder? "Nee", bekannte Yanis so kurz wie überzeugend, bevor er mit seiner Großmutter Hildegard Martin zur nächsten Disziplin eilte.
Zehn Stationen warteten rund um das Schloss Morsbroich darauf, von Kindern erobert zu werden. Dort kamen gestern Nachmittag die Vier- bis Zehnjährigen voll auf ihre Kosten. Stand in Schlebusch in den vorigen beiden Jahren mehr die Musik beim Kindernachmittag des Morsbroicher Sommers im Zentrum, waren es nun Sackhüpfen, Topfschlagen, Blinde Kuh und weitere klassische Kinderspiele. "Denn Spielen ist auch Kultur", gab Anke Spiegel vom Veranstalter KulturStadtLev zu bedenken.
In dieser Form wurde der Nachmittag erstmals gestaltet – und er wurde gleich zu einem großen Erfolg. Schnell bildeten sich vor allen Spielen lange Schlangen. Nach einer Dreiviertelstunde waren bereits alle 250 Rundlaufzettel, auf denen sich die Kinder ihre Teilnahme an den Stationen bestätigen lassen konnten, vergriffen. "Mit so einem Andrang haben wir nicht gerechnet", gestand Spiegel. Eine Wiederholung erscheint da naheliegend.
Athletisch und akrobatisch
Der Bereich vor dem Schloss leerte sich erst nach einer Stunde – nicht wegen des einsetzenden Regens, sondern vor allem wegen des Auftritts von "Schreber's Erben" auf der Bühne hinter dem Schloss. Die drei jungen Männer, die auch als Erben von Turnvater Jahn durchgehen würden, boten den Gästen schräge Leibesertüchtigung zum Mitmachen. In engen, quer-geringelten Einteilern bewiesen die drei einiges an athletischem und akrobatischem Vermögen.
Allerdings längst nicht jeder kam gezielt wegen der Kinderspiele zum Schloss. "Ich wollte eigentlich in die Ausstellung von Candida Höfer im Museum", erklärte eine Besucherin. Stattdessen fand sich die Mutter mit ihren beiden Töchtern beim Gummitwist wieder.
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