Leverkusen: Architektur-Horizonte entdecken
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 25.06.2010Leverkusen (RPO). Ein schlicht-stilvoller Wintergarten, energieeffiziente Einfamilienhäuser, ein puristisches Foyer, ein futuristisches Schülerlabor und die Entstehung eines ganz neuen Stadtviertels: Dieses Wochenende gewährt Einblicke in sieben ungewöhnliche Bauwerke in Leverkusen.
Der Raum wirkt puristisch. Der kühle graue Boden, die beiden weißen halbrunden Tische, die blauen Elemente an den Wänden Der Raum ist sauber, gradlinig, frei von Schnörkeln. Satte barocke Architektur war gestern. Heute herrscht Klarheit. Nicht nur im neuen Schülerlabor im BayKomm, sondern auch bei den sechs übrigen Bauwerken in Leverkusen, die morgen und am Sonntag die Blicke auf sich ziehen wollen.
Schlicht ja, aber nicht einfach
Mit "Tag der Architektur" ist das Wochenende in Nordrhein-Westfalen überschrieben, Untertitel: Horizonte. "Es geht darum, das Abenteuer Architektur zu wagen", betont Hartmut Miksch, Präsident der Architektenkammer NRW. Die Abenteurer müssen aber mehr als nur einen Blick auf die Objekte werfen, um diesen Horizont zu sehen. Was nämlich zunächst schlicht scheint – etwa der Wintergarten eines Reihenendhauses in Hitdorf, das neue Lanxess-Foyer oder das Schülerlabor im Baykomm –, ist auf den zweiten Blick keineswegs einfach. Sondern das Ergebnis eines kreativ-kommunikativen Prozesses zwischen Bauherr, Architekt und Gewerken. "Das ist das Spannende an der Architektur", sagt Architektin Dorothee Schneider, die das BayKomm-Labor entwarf.
Der neue Raum, sagt sie, nehme die Formensprache des BayKomms auf. "Wir mussten eine Lösung finden, die sich in das Gebäude einfügt und trotzdem etwas Neues ist", beschreibt Schneider. So harmoniere der Boden des Labors mit der Grauwacke im Foyer, die Bleche des Eingangsbereiches finden im Labor ein Pendant. Neu daran sei die Hinterleuchtung der Bleche. "Der Raum nimmt die formale Sprache des Gebäudes auf, hat aber trotzdem die Atmosphäre eines zukunftsgewandten Labors, was wiederum als Pressekonferenzraum zu nutzen ist." Dafür etwa ist der Waschbeckenbereich schließbar, sämtliche Kabel sind im Möbelbau verschwunden. "Ich finde, dass eine gut gebaute Umwelt förderlich ist für das Wohlbefinden. Architektur hat einen wichtigen Einfluss auf den Menschen", sagt die Kölner Architektin.
551 Bauwerke in ganz NRW
Wahrscheinlich dienen deshalb die sieben architektonischen Objekte, die an diesem Wochenende in der Stadt zu sehen sind – 551 sind es in ganz NRW, davon eines auch in Leichlingen (Haus Cremer, Eulenweg 28,morgen von 15 bis 17 Uhr) – auch einem weiteren Zweck. Der Inspiration für Häuslebauer und Eigenheimbesitzer, die in ihrem Zuhause gestaltend den architektonischen Horizont entdecken wollen. Dazu gibt's vielleicht auch gute Tipps von Experten. Dorothee Schneider etwa will am Sonntag im BayKomm vor Ort sein.
Infos zu allen teilnehmenden Bauwerken in NRW gibt es im Internet unter der Adresse: www.aknw.de (dort auf "Tag der Architektur" unten links klicken)
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