Leverkusen: „Arena der Absoludität“
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 23.10.2006Leverkusen (RPO). Die Ausstellung „V.I.P. III - Arena der Abstraktion“ eigne sich doch „wie gemalt“ als Startpunkt für die 2. Leverkusener Kunstnacht, fand Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann. Nach dem Oberbürgermeister begrüßte er als Hausherr die Besucher der offiziellen Eröffnungsveranstaltung im Spiegelsaal und legte ihnen bei der Gelegenheit die aktuelle Ausstellung ans Herz, die in jedem der 18 Räume unter ein bestimmtes Thema gestellt ist.
Richtig neugierig auf eine Entdeckungstour durch das Schloss machten dann die beiden Kabarettisten Klaus Huber und Wolfgang Müller-Schlesinger, die ihre Namen zu diesem Zweck schnell mit einem Dr.-Titel schmückten – die vielleicht wichtigste Voraussetzung, um in der Rolle des Kunstsachverständigen ernst genommen zu werden.
„Ich bin gespannt, welche Werke Sie für ihren Vortrag ausgesucht haben und wie viel von ihnen noch übrig bleibt, wenn Sie sie kannibalisiert haben“, meinte Heinzelmann, als er für die beiden Komödianten das Rednerpult räumte. Da wird er während der folgenden 20 Minuten nicht schlecht gestaunt haben, wie genau sich das Duo „Müller/Huber“ auf der Suche nach den geeignetsten Beispielen im Haus umgesehen haben.
Kunstnacht-Fazit
Wie viele Besucher tatsächlich die einzelnen Ateliers, Kirchen, Kneipen, Galerien und Museen bei der 2. Leverkusener Kunstnacht gezählt haben, will das Kulturbüro anhand der Rückmeldungen erfassen. Über Erfahrungen und den Termin für eine dritte Auflage der Kunstnacht wird man in der nächsten Kulturkonferenz sprechen.
Natürlich fielen ihnen die größten und markantesten Ausstellungsstücke in der „Arena der Absoludität“ ins Auge und die wurden mit bestens einstudiertem Kunstkritiker-Vokabular durchgedreht. In jedem Raum gebe es zwar Blätter mit Informationen zu den einzelnen Werken, gaben die Herren im für die Kunstszene obligatorischen schwarzen Anzug zu, aber man müsse sich doch entscheiden zwischen Sehen oder Wissen. Beides sei schwierig und deswegen ein erhellender einführender Vortrag sehr zu empfehlen.
Wer davon oder den stündlichen Wiederholungen im Laufe des Abends keinen Gebrauch machte, dem entgingen beim Rundgang mit Sicherheit bedeutende Arbeiten, nämlich immer da, wo das Hinweisblatt fehlt, etwa die dekorative drapierte Tasche am Garderobenhaken, die quadratischen Verstrebungen um die Beleuchtung an den Stuckdecken oder die als „Decollage Zufall und Plan“ betitelte Kombination von Plexiglaskästen und Feuchtigkeitsmesser.
Ganz zu schweigen von den Exponaten im Raum 00. Munter plaudernd drifteten Müller-Huber in sinnentleertes Fachgeplänkel ab, steigerten sich zum amüsanten Pseudo-Expertenstreit, um dann wieder auf Handfestes hinzuweisen wie die Ascher-Mülleimerkombination neben der Eingangstür, das sie als Objekt auf Marmor aus der Hand von Hanke Spügel entlarvten. Wer es lieber ernsthaft mochte, konnte sich anschließend bei einer seriösen Führung informieren.
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