Leverkusen: Auf Empfehlung eingekauft
zuletzt aktualisiert: 10.01.2008 - 17:38Leverkusen (RPO). Zum 100-jährigen Jubiläum der Bayer Kultur werden in vier Ausstellungen Schätze aus dem Besitz des Unternehmens gezeigt. Den Anfang macht die junge Kunst von Preisträgern der „ars viva“-Wettbewerbe.
In manchem Vorstandsbüro dürften die Wände während der nächsten Wochen ein wenig kahl wirken. Denn die meisten Arbeiten, die Kunsthistorikerin Rike Zoebelein für die erste Ausstellung der Jubiläumsspielzeit zusammen geholt hat, haben ihre angestammten Plätze im Werk. Oder in der neuen Konzernzentrale W11 wie die farbsprühende Arbeit von Jan Voss, die normalerweise auf der rechten Seite des Foyers hängt. Nur die wenigsten der ausgestellte Werke lagern sonst in der Artothek. Voss, der in den vergangenen Jahren auf der Art Cologne stark vertreten war und dessen Bild zur Eröffnung des neuen Gebäudes gekauft wurde, war bereits 1958 „ars viva“-Preisträger. Und diese Auszeichnung galt im Hause Bayer immer als eine Art Gütesiegel.
Meisterliche Zeichnungen
Seit 1956 werden die jährlichen Wettbewerbe vom Kulturkreis im Bund der Deutschen Industrie, zu deren Gründungsmitgliedern Bayer gehört, ausgerichtet. Die Ergebnisse der Preisträger 2007 werden ab dem 7. Oktober im Museum Morsbroich gezeigt. Parallel ist noch die „Kunst auf Empfehlung!“ aus den vergangenen Jahrzehnten im Erholungshaus zu sehen. Viele der hier Ausgestellten stehen längst im „Who is Who“ der Gegenwartskunst. Die Kohlenstoffatom-Objekte sind von Roberto Cordone zu sehen, der in den Siebzigern ein Arbeitsstipendium bei Bayer hatte. Ebenso wie der Kölner Künstler Manfred Ott, der verworrene Röhrensysteme in einer mehrteiligen Arbeit festhielt. Ralph Fleck ist vertreten mit einem Großformat „Straßenbau“ und kleineren Paris-Bildern. Mehrere große Zeichnungen von Rudolf Schoofs hängen im Raucherfoyer.
Außerdem gibt es meisterliche Zeichnungen von Hansjörg Voth, der in den Siebzigern und Achtzigern durch künstlerische Großprojekte bekannt wurde. Hier sind Zeichnungen von seiner Pfahlbau-Pyramide im Ijsselmeer zu sehen, die einem Sturm zum Opfer fiel und heute noch in den Seekarten als Hindernis eingetragen ist. Albert Oehlen, Gerhard Merz sind ebenso vertreten wie die Fotografin Candida Höfer oder Farbserigrafien von Vertretern der Gruppe Zebra. Dreidimensional wirkt durch entsprechende Beleuchtung der Gitterturm aus vielen gleichen Stahlnadeln von William Brauhauser. Im Obergeschoss sind Editionen von „ars-viva“-Preisträgern zu sehen, die ab 1995 herausgegeben wurden.
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