Leverkusen: Ausstellung des Jahres
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009Leverkusen (RPO). Für Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann ist der Jahresrückblick das wahre Vergnügen. Die Besucherzahlen 2008 waren mehr als erfreulich, dank Gerhard Richter, dessen Foto-Übermalungen noch bis 18. Januar zu sehen sind.
Nächste Eröffnung
Ab 19. Januar bleibt das Museum Morsbroich für knapp drei Wochen geschlossen. Am Freitag, 6. Februar, wird die Ausstellung „Moralische Fantasien“ eröffnet. Sie zeigt aktuelle Positionen zeitgenössischer Kunst, die sich mit der Klimaerwärmung und ihren Auswirkungen auseinandersetzen. Zu sehen sind Arbeiten von mehr als 20 Kunstschaffenden.
SCHLEBUSCH Die Richter-Schau im Museum Morsbroich ist gerade zur „Ausstellung des Jahres in NRW“ gekürt worden. Das dürfte an den nächsten beiden Wochenenden noch einmal zusätzliche Besucher ins Haus bringen, schätzt Dr. Markus Heinzelmann. Der Museumsdirektor freut sich natürlich, dass gerade seine Ausstellung mit der Auszeichnung bedacht wurde, die jährlich von der „Welt am Sonntag“ ausgeschrieben wird. Die wichtigsten Kulturjournalisten des Landes trafen in der Jury die Wahl. Und gute Alternativen hat es in 2008 jedenfalls auch in anderen Museen Nordrhein-Westfalens gegeben.
„Ich bin extrem zufrieden“, freut sich Heinzelmann über die annähernd 15 000 Besucher, die Richters Übermalungen bisher angelockt haben. Aber er sagt deutlich, dass er diese Ausstellung nicht mit dem Schielen auf Publikumszahlen geplant habe, sondern vielmehr aus inhaltlichen Gründen. Das habe sich sinnvoll ergeben aus der gemeinsamen Geschichte des Museums und Gerhard Richter.
Von Morsbroich nach Genf
Das Besondere an dieser Schau sei eben, dass man wirklich Neues, bisher nicht oder kaum Bekanntes zeige. Dazu wurde ein erstklassiger umfangreicher Katalog aufgelegt, der zum Tag der Finissage annähernd ausverkauft sein dürfte. Von Morsbroich aus wandert die Ausstellung nach Genf. Und vermutlich wird sie danach auch noch an einem dritten Ort gezeigt werden. Darüber verhandelt Heinzelmann derzeit mit Kollegen aus Spanien.
„Wir hatten sämtliche Richter-Experten aus aller Welt hier im Haus“, erzählt der Museumsleiter, der das Oeuvre von Richters übermalten Fotografien wissenschaftlich aufarbeitete. Aber Heinzelmann ist begeistert, dass die Ausstellung nicht nur die Spezialisten interessierte, sondern Leute ins Museum lockte, die normalerweise nicht den Weg dorthin finden. Das zeigten Einträge im Gästebuch. Und es gab auch prominente Besucher. Kurz vor Weihnachten habe Franz Müntefering um eine private Führung gebeten, erzählt Heinzelmann. Er sei mit dem Politiker eine Stunde lang durchs Haus gegangen und war begeistert gewesen von dessen Interesse. Müntefering habe sich die Bilder sehr konzentriert angesehen. Insgesamt gab es in den letzten Monaten sehr viel mehr Führungen als bei normalen Ausstellungen. Öffentliche Führungen werden auch an den beiden letzten Sonntagen noch jeweils um 15 Uhr angeboten, zudem können Gruppenführungen vereinbart werden. Am letzten Öffnungstag, am 18. Januar, wird auch der Museumsleiter selbst noch einmal Gruppen durch das Haus leiten.
Öffnungszeiten dienstags 11 bis 21 Uhr, mittwochs bis sonntags 11 bis 17 Uhr.
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