Leverkusen: B 8: monatelange Sperrung
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 12.05.2007Leverkusen (RPO). Ohne Vorwarnung wurde gestern die B 8 im Bereich Küppersteg teilweise gesperrt. Eine Wand der Unterführung im Bereich des Kreisels Bismarckstraße droht umzukippen. Dauer der Sperrung und Ursache des Schadens sind unklar.
Es hatte den Charakter einer Nacht- und Nebelaktion: Ohne Vorwarnung sperrte die Stadt gestern einen Teil des Europarings. Im Bereich der Unterführung unter dem Kreisel Bismarck-/Küppersteger Straße wurden am Morgen beide Fahrspuren in Richtung Opladen dicht gemacht und die Autos über die Windthorststraße umgeleitet. Allzu bald wird der Verkehr auch nicht wieder auf allen vier Spuren fließen. Zunächst sollen Autos in Richtung Opladen ab heute Nachmittag über einen Streifen der Gegenspur geleitet werden. Vorerst wird die B 8 also in diesem Abschnitt in beide Richtungen nur einspurig befahrbar sein.
Lange Vorgeschichte
So kurzfristig die Sperrung, so langfristig die Vorgeschichte (wir berichteten): Bereits 1990 war festgestellt worden, dass ein 40 Meter langer Bereich der Wand unterhalb der Windthorststraße sich gegenüber den übrigen Wänden um rund drei Zentimeter verschoben hatte. „Das ist nicht ungewöhnlich oder gefährlich“, bemerkte Reinhard Gerlich von den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL). Der Versatz verstärkte sich aber in den letzten sechs Jahren, so dass der obere Wandabschluss inzwischen um acht Zentimeter gekippt ist. Vor neun Monaten sperrte die Stadt die linke Spur der Windthorststraße, um die Wand zu entlasten. Am Montag gingen die TBL der Sache auf den Grund und ließen einen kleinen Bereich der Wand an der Windthorststraße freilegen.
Das Resultat war alarmierend: Die Stahlstifte, die als Verbindung zwischen Wand und Fundament dienen, sind in diesem Bereich abgerissen. „Es ist nicht zu berechnen, wie lange die Wand noch stehen bleibt“, begründete Gerlich die Sperrung. Über die Dauer der Maßnahme konnte er nur spekulieren. Gerlich sprach von mindestens einigen Monaten, eventuell bleibt die B 8 den gesamten Rest des Jahres nur eingeschränkt befahrbar. Über die Kosten für die Reparatur-Arbeiten konnte gestern ebenfalls nur gemutmaßt werden: In einer Mitteilung der Stadt war von 200 000 bis zwei Millionen Euro die Rede. Grund für die vielen Spekulationen sind die Rätsel, die der Schadensfall den Mitarbeitern der TBL und den eingeschalteten Experten aufgibt. „Die statischen Berechnungen sind richtig“, erklärte der mit der Überprüfung beauftragte Diplomingenieur Jochen Uhlenberg. Auch die Bauausführung sei korrekt gewesen, ergänzte Gerlich.
Die Untersuchung der Baumaterialien an der Fachhochschule in Köln dauerte gestern noch an. Es zeichnete sich aber ab, dass der 1966/67 beim Bau verwendete Beton in Ordnung war. Offen war dagegen noch das Ergebnis der Überprüfung der gerissenen Stahlstifte.
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