Leverkusen: Bäume im Schlosspark gefällt
VON HERBERT BONGARTZ - zuletzt aktualisiert: 23.04.2008Leverkusen (RPO). Sechs Pappeln und 20 Fichten mussten jetzt weichen. Zum Teil waren die Bäume faul. Andere waren durch den Sturm „Emma“ beschädigt worden. In keinem der Bäume war ein Vogelnest.
Die grüne Lunge ist jetzt um ein paar Bäume ärmer geworden. Im Park von Schloss Morsbroich und entlang des Grabens sind Pappeln und Fichten gefällt worden. „Am Schlossgraben waren es sechs Pappeln und in der Ecke des Parks zum Ostring hin rund 20 Fichten“, sagt Förster Karl Zimmermann.
„Vermutlich werden jetzt wieder einige Naturfreunde Sturm laufen“, glaubt Zimmermann. Aber diese Maßnahmen seien dringend notwenig gewesen. Die Pappeln seien bereits faul gewesen. „Das ist auch eine ganz normale Entwicklung. Denn diese stehen dort schon seit rund 60 Jahren. Und das ist schon ein recht ahnsehnliches Alter für diese Baumart.“
Fischreiher
Der etwa 90 Zentimeter große Reiher ist in den milderen Regionen von Europa zu finden. Er hält sich gerne an seichten kleinen Tümpeln und Teichen auf.
Er errichtet sein Nest – einen nicht sehr stabilen Bau aus Reisig – in Baumwipfeln.
Das Gelege besteht in der Regel aus vier bis fünf hellblau-grünen Eiern.
Gefahr für Verkehr auf Ostring
Etwas anders hat es sich mit den Fichten im Schlosspark zum Ostring hin verhalten. Zimmermann: „Zum Teil hat sich der Borkenkäfer an ihnen zu schaffen gemacht.“ Andererseits seien sie auch vom Sturm „Emma“ im Februar arg beschädigt worden, erklärt der Förster. Einige der Fichten hätten so nahe am Ostring gestanden, dass für den Verkehr Gefahr bestanden habe. „Da war das Fällen auch nicht mehr zu vermeiden.“
Bevor die Bäume allerdings beseitigt werden, wird erst einmal darauf geachtet ob nicht einige Vögel ihre Nester dort gebaut haben. „Im Park von Schloss Morsbroich sind das oft Fischreiher“, sagt Karl Zimmermann. „Vor Beginn unserer Arbeit haben sich Mitarbeiter der biologischen Station die Bäume angeschaut.“ Sie hätten keine Nester gefunden.
Er selbst kann sich gut daran erinnern, dass einmal ein Baum auf Leverkusener Stadtgebiet gefällt worden ist, in dem ein Vogelnest war. „Wir haben es wirklich nicht gesehen. Die Eier waren natürlich kaputt gegangen.“ Das sei natürlich unheimlich schade.
Es kann auch schon mal passieren, dass man mit dem Fällen eines Baumes noch etwas wartet, weil Vögel darin brüten. Zimmermann: „Auf ein paar Tage oder Wochen kommt es da nicht mehr an.“
Gefällte Bäume sind natürlich auch noch ein Geschäft. „Aus den Pappeln werden Paletten hergestellt, die nach Holland verkauft werden“, erzählt Zimmermann. Aus dem Astholz entstehen Spanplatten.
Ersatz in Aussicht gestellt
Und auch die Fichten werden zu Geld gemacht. Daraus entsteht Bauholz, betont der Förster. Irgendwann würden aber anstelle der gefällten Bäume im Schlosspark und auch entlang des Grabens wieder neue Bäume gepflanzt.
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