Leverkusen: Bahn baut Dach in Opladen ab
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 01.03.2011Leverkusen (RPO). Das mehr als 100 Jahre alte Bahnhofsdach in Opladen hat ausgedient. Die Bahn kündigte Montag an, es werde abgebaut. Außerdem werden auf der Gütergleisstrecke von Opladen bis Hilden neue Kabel und -schächte verlegt.
"Abgängig" ist ein typischer Begriff aus der deutschen Behördensprache – ein Wort, das offenbar auch gerne bei der Deutschen Bahn verwendet wird und jetzt in einer Pressemitteilung des Unternehmens auftauchte. Das neueste "abgängige" Objekt befindet sich am Opladener Bahnhof und soll eigentlich dafür sorgen, dass niemand nass wird: das Dach am Bahnsteig zu den Gleisen zwei und fünf. Weil es marode ist und nach Auskunft eines Bahnsprechers auch schon Holzteile aus seiner Konstruktion auf den Bahnsteig gefallen sind, soll es nun abgebaut werden.
Gestern begannen die Vorarbeiten, die zunächst eine Woche andauern. Bis 6. März jeweils in der Zeit zwischen 6 Uhr und 20 Uhr werden Bauarbeiter am Bahnhof unterwegs sein. Zunächst sollen die vorhandenen Wetterschutzhäuser mit einer Überdachung versehen und zwei weitere überdachte Häuschen aufgebaut werden. Dann wird das Dach entfernt.
Bitte um Verständnis
"Trotz des Einsatzes modernster Baumaschinen sind Lärmbelästigungen während der Bauarbeiten nicht immer zu vermeiden", heißt es in einer Bahn-Pressemitteilung von gestern: "Die Deutsche Bahn AG bittet die Anwohner in der Nähe der Baustelle hierfür um Verständnis."
Nichts mit der Bahnstadt zu tun
Allerdings dürfte dieser Abbau einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn es sei keineswegs gesagt, dass sich noch alle Pläne zu dem Bauwerk finden, das immerhin mehr als hundert Jahre alt sei, sagt der Bahn-Sprecher: "Wenn wir da ein Kabel finden, können wir es ja nicht einfach abklemmen, sondern müssen erst mal herausfinden, wozu es gehört. Sonst geht hinterher noch irgendwo das Licht aus." Diese Recherche brauche Zeit.
Mit der neuen Bahnstadt Opladen haben die Arbeiten übrigens nichts zu tun, wie die Bahn gestern auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Auch nicht die Kabel und Kabelschächte, die zurzeit zwischen Opladen und Hilden entlang der Gütergleisstrecke ganz neu verlegt werden.
Die entsprechende Betriebs- und Bauanweisung für die Arbeiten liege halt vor, also werde auch gebaut, hieß es seitens der Bahn-Pressestelle dazu – selbst wenn sich später zeigen sollte, dass die von der Stadt Leverkusen gewünschte Gütergleisverlegung tatsächlich zustande komme und die Kabel an der jetzigen Stelle überflüssig seien. "Dann werden wir sie eben anderweitig verwenden", betonte der Bahnsprecher. Diese Vorgehensweise entspreche den allgemeinen Gepflogenheiten des Unternehmens: "Ich weiß ein Beispiel aus dem Münsterland – da steht jetzt schon fest, dass ein kleiner Bahnhof im kommenden Jahr etwa um 150 Meter verlegt wird. Dennoch haben wir jetzt noch die Beleuchtung ausgetauscht."
Die Maßnahme sei nun mal turnusmäßig vorgesehen gewesen. Nach der Bahnhofsverlegung werde die Beleuchtung eben ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut. Was das ganze kostet? Dazu gab es gestern keine Angaben: Zahlen könne man erst nennen, wenn alle Abrechnungen vorlägen. Bei dieser Vorgehensweise verwundert das keineswegs.
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