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Leverkusen: Bald Asphaltwerk-Entscheidung?

VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 17.09.2008

Leverkusen (RPO). Die Firmen Oppermann und Eurovia sehnen die kommende Woche herbei. Dann wollen Oberbürgermeister und zuständige Dezernenten über das Bauvorhaben Asphaltmischwerk auf dem Gelände von Dynamit Nobel sprechen.

Info

Produktion ab 2010

Oppermann und Eurovia halten Leverkusen für den besten Standort in Deutschland. Durch die Nähe zur A3 gebe es keine innerstädtische Verkehrsbelastung vom Werk. Sie ermögliche Europ zudem Chancen, für den A3-Ausbau Material zu liefern. Gibt die Stadt ihr okay, fehlt nur die Baugenehmigung, Europ könnte 2009 bauen und ab 2010 jährlich 150 000 Tonnen Asphalt produzieren.

Kommende Woche Donnerstag setzen sich Oberbürgermeister Ernst Küchler, Umweltdezernent Frank Stein und Baudezernent Wolfgang Mues zusammen. Spitzengespräch zum Asphaltwerk Oppermann. Kurt Kierspel, Geschäftsführer der Leverkusener Firma Oppermann, hofft, dass dann das „Ja“ zum Asphaltmischwerk auf dem Gelände von Dynamit Nobel in Schlebusch kommt.

Anfang des Jahres hatten Oppermann und die Straßenbaufirma Eurovia, die das Werk in einer gemeinsamen Firma Europ GmbH bauen und betreiben wollen, mit der Stadt gesprochen, „um klare Verhältnisse zu schaffen“, formulierte Kierspel gestern. Dann sei die Bauvoranfrage eingereicht worden, seitdem habe man von der Stadt nichts gehört. Oliver Nohse (Eurovia): „Wir haben im Vorfeld alle Bedenken ausgeräumt.“

Die lagen vor allem in Lärm-/Geruchsimmissionen und zusätzlicher Verkehrsbelastung durch Lastwagen. Nohse und Kierspel entkräften: „Die Grenzwerte der Geräuschbelastung werden schon in einer Entfernung von 400 Metern unterschritten. Die nächste Wohnbebauung liegt aber über einen Kilometer entfernt“, sagte Nohse. Kierspel bezeichnet das geplante Werk als „saubere Sache“, weil die Anlage komplett verkleidet und überwacht sei, Dämpfe hätten keine Chance zu entweichen.

Zudem: Heute werde Asphalt aus Steinen und Bitumen hergestellt, nicht mehr aus stinkendem Teer. „Im Vorfeld sind Ängste geschürt worden, die wir nehmen wollen“, betonte Kierspel. Umweltdezernent Frank Stein habe, was den Punkt Schadstoffe anging, keinerlei Bedenken.

Oppermann und Eurovia rechnen mit 40 Großlastwagen-Fahrten pro Tag und 30 Kleinabholern. Ein Verkehrsgutachten der Stadt war von wesentlich höherer Verkehrsbelastung ausgegangen, sprach von 500 bis 700 Fahrten täglich.

Die Lkw sollen eine Doppelfunktion erfüllen: Material ins Werk bringen, Asphalt für Baustellen mitnehmen. „Das Apshaltwerk bringt auch für die Stadt Vorteile: zehn bis 15 Arbeitsplätze, dazu Wartungsaufgaben für Fremdfirmen. Für Baustellen im Umkreis muss der Asphalt nicht mehr von weither angeliefert werden“, sagt Kierspel. Und die Gewerbesteuereinnahmen stiegen ebenfalls an.

Die Kosten für eine Zufahrt vom Willy-Brandt-Ring aufs Werksgelände will die Eurovia übernehmen. Sollte die Stadt nur einer Einbahnstraßenregelung zustimmen, haben Nohse und Kierspel schon eine Lösung parat: Die Ausfahrt könnte dann über die Stichxesstraße erfolgen. „Die Genehmigung zur Nutzung des Bahnübergangs über die Trasse auf dem Dynamit-Gelände liegt vor.“ Zudem will Europ die Trasse wiederbeleben, um den Transport von Steinen aus Eurovia-Steinbrüchen zum großen Teil von der Straße zu holen.

Das Asphaltwerk soll sich ökologisch auszahlen. Die Anlage mache eine 80-prozentige Wiederverwertung von Altasphalt für neue Straßenbeläge möglich. Nohse: „Das schont Deponien und Ressourcen.“ www.rp-online.de/leverkusen

Quelle: RP

 
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