Leverkusen: Banale Witze – seichte Spielchen
VON BENJAMIN SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 18.09.2006Leverkusen (RPO). Oliver Pocher liebt große Auftritte. Und weil dem so ist, war der Beginn der von ProSieben inszenierten Bundesjugendspiele der reinste Genuss für den Moderator. Vom Hallendach der Manforter Leichtathletik-Halle rauschte Pocher an einem Seil wie Supermann zu Boden. Da durfte der kleine Mann (knapp über 1,70 Meter) ganz groß sein. Er verzichtete indes darauf, über der weichen Matte die Reißleine zu ziehen; in den Proben stürzte er unsanft zu Boden. Aufweitere Peinlichkeiten verzichtete Pocher und schwebte lieber in die Arme eines Mitarbeiters.
Mit flachen Witzen heizten Pocher und sein Kompagnon Elton den über 1000 Zuschauern vor der Live-Sendung richtig ein. Pocher, der sich freute in der „Weltstadt Leverkusen“ zu sein, empfahl dem Publikum, es solle sich beim Jubeln vorstellen, Bayer 04 wird Deutscher Fußball-Meister. Da wollte sein Moderationspartner Elton nicht hinten anstehen: „Bitte jeden anfeuern, egal wie schlecht er ist. Aber Leverkusen ist es ja gewohnt, Verlierer anzufeuern.“ Die vielen Kölner und Düsseldorfer hat´s zumindest gefreut. Über die Darbietungen der zehn (teils kaum) bekannten Teilnehmer hielt sich das Duo überraschenderweise bedeckt. Ihre sportlichen Talente beim Springen, Werfen und Laufen bewiesen die Sänger Oli P. und Bürger Lars Dietrich. Die Showidee – reichlich Gelegenheiten für Spott und Gelächter bieten – ging aber trotzdem auf. Die brasilianische Schönheitskönigin Jana Ina kämpfte mehr mit der Verhinderung von Schweißflecken auf ihrem Outfit als um sportliche Höchstleistungen. Und Schauspielerin Julia Stinshoff achtete beim Weitsprung penibel darauf, nur mit den Füßen den Sand zu berühren. Jämmerlich wirkten zudem Schauspieler Ralf Richter und Moderator Kai Böcking bei ihren körperlichen Ertüchtigungen.
Die Witze blieben auch während der Show banal und ordinär Von Sport-BHs und wippenden (weiblichen) Körperteilen beim Sprint, von wehleidigen Italienern und ihren fehlenden Zentimetern war da die Rede. Für das Kugelstoßen fand Pocher eine neue Bezeichnung: „Hier in Leverkusen sagt man ‚Calli-Schubsen‘ dazu.“ Als Schlusspunkt diente ein 200-Meter-Hürdenduell der beiden Moderatoren. Elton offenbarte trotz seiner Leibesfülle erstaunliche Sprintqualitäten und blamierte Pocher.
Nach Informationen der RP brachten die Bundesjugendspiele dem TSV Bayer 04 Mieteinnahmen von satten 50 000 Euro ein. Spätestens heute will die Produktionsfirma die Leichtathletik-Halle komplett geräumt haben, zwei Nachtschichten waren dafür nötig. Größere Schäden waren kurz nach der Sendung nicht auszumachen.
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