Leverkusen: Bayer-04-Kontrollen: Frankfurt fordert Bericht
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.09.2010Leverkusen (RPO). Am Freitag hatte sich Eintracht Frankfurts Fanbeauftragter Marc Francis noch bedeckt gehalten. Eine wie auch immer geartete Reaktion auf die außergewöhnlichen Einlasskontrollen, bei denen sich weibliche Gästefans am Mittwoch vor der BayArena offenbar bis auf die Unterwäsche hatten ausziehen müssen, wolle vernünftig initiiert sein.
Am Wochenende nun machte Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen Nägel mit Köpfen und kündigte an, bei Bayer 04 Anfang der Woche um eine Stellungnahme zu den Vorfällen zu bitten.
"Mir liegen Berichte von konkret betroffenen Besucherinnen vor, die uns veranlassen, die Sicherheitsmaßnahmen der Leverkusener nicht kommentarlos hinzunehmen", schrieb Bruchhagen auf der vereinseigenen Internetseite.
Im Vorfeld des Bundesligaspiels hatte der Sicherheitsdienst von Bayer 04 aufgrund übereinstimmender Hinweise auf weibliche Eintracht-Fans als Schmugglerinnen von Pyrotechnik entschieden, sämtliche weibliche Gästeanhänger in einem extra aufgebauten Zelt eingehenden Leibesvisitationen zu unterziehen. Von Frauen, die sich bis auf die Unterwäsche hatten ausziehen sollen, will Bayer nach eigenem Bekunden jedoch nichts gewusst haben.
Dennoch sagt Bruchhagen: "So weit darf es nicht gehen. Da muss es andere Wege geben, die wir auch gerne mit den Leverkusenern abgesprochen hätten, wären wir über diese Pläne rechtzeitig informiert worden." Beim routinemäßigen Treffen der beiden Vereinsvorstände habe er, Bruchhagen, erst eine Stunde vor Anpfiff in Leverkusen von den speziellen Kontrollen erfahren.
Frankfurts Fanbeauftragter Francis hatte zudem bestätigt, dass zwei weibliche Eintracht-Fans Anzeige gegen Mitarbeiterinnen des Leverkusener Sicherheitsdienstes BaySecur erstattet hätten. Diese sollen ihnen in die Unterwäsche gegriffen haben.
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