Leverkusen: Bayer-Fans: Hoffen "ja", Wunder erwarten "nein"
VON SEBASTIAN STÖWER - zuletzt aktualisiert: 03.04.2010Leverkusen (RPO). Für Kritiker ist die Ausgangslage von Bayer 04 im Liga-Endspurt ein gefundenes Fressen. Nach drei Niederlagen in den vergangenen vier Spielen fällt immer wieder das Wort "Einbruch".
So manch einer habe schon von Anfang an gesagt, dass das Team das Tempo der Hinrunde nicht aufrecht erhalten könne. Doch sowohl die Mannschaft, als auch der Trainer geben sich seit Saisonbeginn bescheiden und bleiben dem Ziel treu, in der kommenden Saison international zu spielen.
Auch die Fans, die am Mittwochvormittag das Training der Werkself verfolgten, erwarten kein Fußballwunder: "Ich wäre mit Platz drei zufrieden", sagt der elfjährige Nils, und sein Freund Lukas (13) pflichtet ihm bei: "Für die Meisterschaft gibt es kaum noch Hoffnung. Besonders das Spiel gegen Bayern München wird schwer."
Richtungsweisendes Spiel
Bevor der Rekordmeister jedoch zu Gast in Leverkusen ist, besucht die Bayer-Mannschaft am Wochenende die Frankfurter Eintracht. "Schon das ist richtungsweisend", findet Bayer-04-Fan Tim Landau. "Die Mannschaft muss beweisen, dass sie auch mit Druck umgehen kann. Wenn sie das schafft, ist vielleicht noch mehr drin als Platz drei." Bisher schien es, als sei der Erfolg tatsächlich ein wenig von der Konkurrenz abhängig.
Hoffnung auf Duell Schalke-Bayern
Nun liegen die Hoffnungen teils auch auf dem direkten Duell zwischen Schalke 04 und Bayern. Unter den Fans ist man sich einig: Ein Sieg für die Bayern oder ein Unentschieden würde Leverkusen weiterhelfen. Die Rolle des Gejagten stand dem Team von Jupp Heynckes lange Zeit besser, als selbst der Verfolger zu sein. "Seit dem späten Gegentor in Bremen geht es bergab. Allerdings finde ich nicht, dass man von einem Einbruch sprechen kann", sagt Hans-Paul Müller. Der Grund für die teils schwachen Leistungen der letzten Wochen sei für ihn rein psychologisch: "Die Jungs können doch Fußball spielen, das haben sie gegen Hamburg gezeigt. Sie dürfen sich nicht zu sehr von der Nervosität anstecken lassen."
Grund zur Kritik an Jupp Heynckes gibt es laut den Werkself-Fans weiterhin für niemanden. In Frankfurt solle die Mannschaft das starke Offensivspiel aufziehen, das sie in der Hindrunde ausgezeichnet hat, meinen die Anhänger. Und mit Stefan Kießling und Arturo Vidal würden nach der Verletzungs- und Gelbsperrenpause wichtige Leistungsträger zurückkehren.
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